Scheibenaddierer Spezial

Scheibenförmige Addierer in besonderer Bauform, Scheiben-Kolonnen-addierer u/o mit speziellem Zehnerübertrag - dem Sammler oft lieb und teuer.

Gezeigt werden hier Adal Calculator, Add-A-miteAustin Grad Calculator, BriCal, Decimeter, Funke, Optima/Duplo von Hauff (Ugrich), Ifach SumadoraInfaillible von Zéphyr, Precise AdderQuixSumShop-N-AddStephenson (und Klone wie Mindling und Perfection Adding Machine), Webb Adder (und Herring's Computing Machine und Herring Tonnage Machine).

 

Die üblichen Scheibenaddierer mit mehr als zwei Scheiben nebeneinander und automatischem Zehnerübertrag siehe unter Scheibenaddierer Metall und Scheibenaddierer Kunststoff.

 

In Historische Bürowelt Nrn. 117+118 (Sept. und Dez. 2019) ist zu den Rechnern von Ugrich und Hauff sowie zum Adal mein Beitrag Ugrich und die Scheibenkolonnen-Addierer erschienen; die erweiterte Version des Beitrags wird erst Ende 2019 online sein; erste Infos s.u.

 

Adal Calculator

hergestellt von The Adal Co., Birmingham, GB

produziert von ca. 1908 bis in die 1920er(?)

Patente siehe am Ende dieses Eintrags

2x4 Stellen (rechnet bis 1199); 19,5 cm Durchmesser, 5 mm dick; 117 gr.

mit Box 20x20x3 cm; 375 gr.

Variante 1 (1. Zeile, Abb. 1-5): rotes Gehäuse, blauer Samt [verkauft]

Variante 2 (2. Zeile, Abb. 7-10): grün-graues Gehäuse, grüner Samt

2er-Kolonnenaddierer aus Aluminium, bei dem 2-stellige Zahlen direkt addiert werden können. Mit Hunderterübertragung per gleitendem Marker auf Spiralbahn: der sich im Schlitz mit den Hunderterziffern befindliche Marker bewegt sich beim Hunderterübertrag stetig gleitend um eine Stelle auf der Spiralbahn weiter (Marker fehlt, wie bei den meisten Expl.). Genial und simpel.

Auch in den Schreibweisen Adall/Addall Calculator.

 

Von J. Ugrich, Berlin-Charlottenburg, wurde ein solcher Rechner bereits 1904 als Rechenmedium und Rechenmaschine und 1905 als Autorechner auf den Markt gebracht (DRGM 257259 von 06.1905). Ab 1906 auch von Dr. Albert Hauff, Berlin-Halensee, als Rechenmaschine UNION vertrieben (siehe Werbung in Bild 6 aus 1907; Preis: 9 M). 

 

Ab 1908/09 dann anderer Hunderterübertrag per Zahn und Zahnrad (DRGM 341153 von 05.1908), zuerst als Maxima mit einem Zahnrad (rechnet bis 1.000), ab 1910 auch als Optima (s.u. bei Hauff Optima) mit 2 Zahnrädern (rechnet bis 10.000). Es gab auch kurz die Rechenscheibe Medika, mit etwas anderem Hunderterübertrag.

 

1911 bot Ugrich die 4 Varianten Triplo (3 Rechenscheiben in einem Klappgehäuse), Duplo (2 Rechenscheiben, s.u. bei Hauff Duplo), Optima (1 Rechenscheibe mit 2 Zahnrädern) und Basis (= Maxima, 1 Zahnrad) an für 30, 20, 12 bzw. 7 Mark. Sie wurden bis mind. 1911 von Ugrich, bis mind./ca. 1921 von Dr. Hauff beworben. Evtl. hat Dr. Hauff ab ca. 1911 die Fabrikation übernommen. In GB kam kurz zuvor der Adal Spiralrechner auf den Markt.

 

Sehr ähnlich zum Union/Adal und ebenfalls mit Spiralbahn waren die Vorgänger L'Infaillible (vertrieben von der Fa. The Zéphyr aus Paris) sowie der Revisor (beide hergestellt von J. Ugritschitsch), die etwas anders ausgeführt waren und 1902-04 produziert/vertrieben wurde (s. unten und Abb. 11: Werbung aus 1904). 

Ugritschitsch hat sich offenbar des komplizierten Namens wegen 1904 in J. Ugrich umgenannt, beides mal die selbe Adresse. Ugritschitsch hat sich bereits 1897 eine Additions- und Multiplikations-maschine mit einer Reihe sich zum Theil überdeckender, mit entsprechenden Ausschnitten versehenen Zahlenscheiben patentieren lassen, wohl aber nicht realisiert (Patent DE99644).

 

In der Anleitung zum Autorechner heißt es: Die Leistungsfähigkeit der Maschine ist unbeschränkt. Die Schnelligkeit jedoch hängt von der Übung ab.

Auszug aus der Anweisung, in der alle 4 Hauptrechenarten beschrieben werden: Beim Gebrauch wird die Maschine in der Hand gehalten, und zwar steckt man den Daumen der linken Hand in den unterhalb der Maschine befindlichen Ring; die übrigen Finger legt man gegen die Scheibe von unten. 

 

Es gibt Patente von Dreyfus und und Levy aus Birmingham von 1907/1909 zu genau diesem Adal Spiralrechner und weitgehend identisch zu den älteren Autorechner und Union von Ugrich bzw. Hauff, einschließlich Daumenring auf der RückseiteGB190705779 (eingereicht 03.1907, erteilt 10.1907), US920840 (eingereicht 10.1908, erteilt 05.1909) und CA116958 (eingereicht 10.1908, veröffentlicht 03.1909). Sie betonen  in diesen Patenten, dass sich die Innovation besonderes auf den spiralförmigen Hunderterübertrag bezieht, der bereits Jahre zuvor in den Rechnern von Ugrich/Hauff realisiert worden war (aber nicht per Patent geschützt; DRGM siehe oben). War das der Grund für die technische Änderung bei Ugrich und die neuen Modelle MedikaMaxima und dann Optima?

 

Darüber hinaus haben die beiden Briten noch Patente erhalten zu einem ähnlichen Scheibenrechner mit identischer Bedienung/Eingabe mit dem Übertrag der Medika (s.o.)US932255 (eingereicht 11.1908, erteilt 08.1909) und GB190900621 (eingereicht 01.1909, erteilt 03.1909; dort auch 2er-Kombination gezeigt).

ADD-A-mite

hergestellt von Monogram of California, San Francisco, Cal., USA

produziert wohl um 1950 ("Patent Pending"; Patent US2637497 1950 eingereicht, 1953 erhalten; im Patent von Sahn K. Lowe, Honolulu, wird verwiesen auf Henry A. House’s Calculating Device, Patent US109619 von 1870)

Durchmesser 7,1 cm; 56 gr. (Aluminium)

Einsatzgebiet: Kontrolle des Warenwerts im Einkaufswagen - Keep your budget - now, you don't have to do any guess-work in the supermartket! (vgl. Shopping Adder). Mit dem Zeiger kann man 2-stellige Centbeträge einstellen und addieren/subtrahieren (mit Übertrag zum Dollar), mit dem Drehknopf ganze Dollars addieren/subtrahieren. Rechnet bis 24,99 $.

Anders als bei den simplen Shopping Addern aus Plastik und wie auch beim shop-n-add keine Einhand-Bedienung, dafür aber Eingabe 2-stelliger Centbeträge.

Links: Bölter und Retrocalculators

Austin Grade Calculator - Average Finder

hergestellt von Austin Enterprises, Earlysville, Va., USA

produziert in den 1960ern (Patent 1962)

4 Scheiben + Schieberechner; 23x20x1,8 cm; 388 gr. (je inkl. Karton)

Sehr seltene Kombination aus 4-stelligem Kunststoff-Scheibenaddierer Dial-A-Matic Automatic Adding Machine und Schieberechner Grade Calculator - Average Finder, mit deren Hilfe Lehrer (Educator) den Notendurchschnitt bestimmen können.

Beides auf Hartfaserplatte geklebt; mit Stift, Anleitung und in OVP.

Im Internet kann ich zu dieser offenbar seltenen Kombination nichts "ergoogeln".

Vergleiche mit dem REED-O-GRAPH für das gleiche Anwendungsgebiet.

BriCal

hergestellt von The British Calculator Ltd., Invicta Works, Belfast Road, Stoke Newington, ehem. Bezirk im Norden von London

produziert etwa von 1905 (Patent) bis um 1916 (WK I)

Die 4-7 Scheiben sind konzentrisch auf einer einzigen, zentralen Achse angeordnet, mit automatischem Zehnerübetrag, ohne Löscheinrichtung. 

Sie wurde u.a. als The BriCal Money Calculating Machine - Instantly adds money beworben (siehe Anleitung).

Bei den Eingabeschlitzen für die vers. Ziffern ist an der Stelle eine Markierung angebracht, die man anwählen muss, um die Nullstellung manuell durchzuführen.

Es gab eine ganze Reihe an Varianten und auch ein Modell, bei dem 3 Scheiben nebeneinander angeordnet waren (BriCal Model C). 

Literatur: Marin S.174f

Link: retrocalulators mit Variantenübersicht (mit Version-Nummern) sowie Modellvarianten und Innenansicht.

BriCal Model B - Version S1(20)

(an der Seite ist eingestanzt: T.J. Marshall & Co. Mnfrs.)

Durchmesser 13,4 cm, Höhe 1 cm; 438 gr. (ohne Box)

4x4 Stellen, 3 Eingabe-Scheiben + 1 Eingabe-Drehrädchen, 4 Anzeige-Fenster. 5 Stellen, davon 3 Vorkomma-Stellen; addiert bis 500 Pfund

Seriennummer 717 (frühes Modell)

Das häufige Modell B hat 4 Scheiben, wobei bei den äußeren 3 die Eingabe per Stift, bei der inneren per kleinem Drehrad erfolgt. Es rechnet bis 499 Pfund, 19 Schilling und 11,5 Pence (12 Pence = 1 Schilling, 20 Schilling = 1 Pfund). Wie für BriCal üblich befindet sich auch dieses Expl. in einem schönem Holzkästchen mit Samt.

 

BriCal for compound addition - Version S4a - in OVP

Durchmesser 13,4 cm, Höhe 1 cm; 448 gr. (ohne Box)

4x4 Stellen, 4 Eingabe-Scheiben, 4 Anzeige-Fenster. 6 Stellen, davon 4 Vorkomma-Stellen (Beschr. s.u.); addiert bis 2.000 Pfund

Seriennummer 26015

Dieses etwas seltenere Modell hat 4 Eingabe-Scheiben. Es rechnet bis 1.999 Pfund, 19 Schilling und 11,5 Pence (12 Pence = 1 Schilling, 20 Schilling = 1 Pfund).

Anders als üblich ist dieses Expl. in einer mit Samt ausgeschlagenen Klappbox aus Hartpappe untergebracht, dieses in einem Versandkarton mit BriCal-Adressdaten und Aufkleber "Parcel Post". Mit Original-Anleitung und 2 Original-Eingabestiften.

Decimeter

keine Herstellerangabe

produziert um 1971

2 Scheiben; 8,8x4,0x0,4 cm; 12 gr.

Zur Umrechnung von alter britischer Währung (1 Pfund = 20 Schilling; 1 Schilling = 12 Pence) zum aktuellen britischen Pfund (1 Pfund = 100 Pence). Die Währungsumstellung war 1971.

In Plastikhülle; Scheiben außen geriffelt, drehen per Finger.

Funke

hergestellt von Josef Funke, München

1x3 Stellen (rechnet bis 309); 8,5x9x1,6 cm; 123 g

produziert von vor 1920 bis in die 1950er Jahre (Patent 1920)

Baujahr: um 1950; bei diesem Modell handelt es sich gemäß u.g. Lit. um ein Nachkriegsmodell. 

Scheibenförmiger Kolonnenaddierer bestehend aus einer Einerscheibe und einer axial darunter angebrachten 10er-Blechscheibe mit Werten bis 30 mit simplem, aber einzigartigem "geometrischem" Zehnerübertrag. Man konnte mit ihm auch Subtrahieren (rote Komplementärzahlen) und er besaß eine einfache Löscheinrichtung. Montiert auf Holzsockel.

Viele Infos zu Funke, dem Funke-Addierer, seinem Zehnerübertrag und artgleichen Rechnern (Additionneur, Himalaja, ADA Calculating Machine - s.u.) siehe Literaturhinweis "Der Addierer von Funke".

Herstellung in einer kleinen 1-Mann-Werkstatt, Eigenverkauf in München und Oberbayern (aber siehe unten: engl. Werbung für eine ADA Calculating Machine), versehen mit handgeschriebener Bedienungsanleitung.

In Spanien gab es Ende der 1940er auch den sehr ähnlichen Sumadora IFACH (s.u.).

Link: "Der Addierer von Funke" von Stephan Weiss

Literatur: HBw(23) S.14f; HBw(26) S.17f 

Funke 4er-Kombination

hergestellt von Josef Funke, München

4 Einheiten à 1x3 Stellen (rechnet jeweils bis 309); 31,5x8x1,8 cm; 418 g

produziert um 1920

Kombination von 4 scheibenförmigen Funke-Kolonnenaddierern (s.o.). Durch die Kombination der 4 Rechner kann bis 3.000.000,00 gerechnet werden.

Gemäß Stephan Weiß (s. Lit.Hinweis) wurden solche Kombinationen in England als ADA Calculating Machine um 1920 beworben: außer Einzel-addierer auch 2er- bis 9er-Kombinationen "or even bigger numbers" (siehe die beiden letzten Abb.). Dabei waren die Funke-Addierer aber einfach nur nebeneinander montiert, ohne Übertrag zwischen den einzelnen Rechnern.

Slogan: "The calculating machine in the vest pocket" und "ADA is an indispensable tool which is always ready to hand".

Neben dieser 4er-Kombination - die ich in der Schweiz erworben habe und die ich hier 4er-Funke nenne - sei noch eine Funke 6er-Kombination bekannt. Auch kenne ich eine 9er Kombi, die in Italien als Addizionatrice Simplicitas vertrieben wurde. 

Die einzelnen Addierer des 4er-Funke von etwa 1920 weichen in Details von dem oben gezeigten Funke Addierer aus der Nachkriegszeit ab: Beim 4er-Funke ist keine Patentnummer eingestanzt, dafür aber das Logo "Fe". Von jedem Loch der Einstellscheibe geht beim 4er-Funke ein Strich nach außen als optische Einstellhilfe. Andere Farbgebung bzw. Metalloberfläche. Der Holzsockel ist hinten beim Funke Addierer flacher angeschrägt als beim 4er-Funke.

Link: Der Addierer von Funke von Stephan Weiss

Literatur: HBw(23) S.14f; HBw(26) S.17f 

Hauff Duplo

hergestellt von J. Ugrich, Berlin; vertrieben von Dr. Albert Hauff, Berlin

produziert Anfang 1910er bis evtl. um 1920(?)

2 mechanisch nicht gekoppelte Rechenscheiben mit je 2x4 Stellen (rechnet je bis 10.000 bzw. zusammen bis 1 Mio.); je 20 cm Durchmesser, 1 cm dick; je 203 gr.; 1,1 kg komplett mit Holz-Klappgehäuse.

Im Holzgehäuse befindet sich ein Loch für den Eingabestift (dieser fehlt hier).

Den Rechner gab es auch als 3er-Kombination Triplo und einzeln als Basis oder Optima (s.u.). Vgl. auch die Funke-Kombinationen (s.o.).

Weitere Infos s.u. bei Hauff Optima und s.o. bei Adal Calculator.

Hauff Optima

hergestellt von J. Ugrich, Berlin; vertrieben von Dr. Albert Hauff, Berlin

produziert 1910 bis mind. 1921

2x4 Stellen (rechnet bis 9999); 20 cm Durchmesser, 1 cm dick; 220 gr.

2er-Kolonnenaddierer aus Aluminium, bei dem 2-stellige Zahlen direkt addiert werden können. "Hunderterübertragung" per kleinem Stift zw. der Ziffer 99 und 0 auf ein kleines Zahnrad. Von dort per Hebel Tausenderübertrag auf 2. kleines Zahnrad. Noch 1921 von Dr. Hauff für 200 Mark als handlichste Rechenmaschine der Welt angeboten.

Optisch sehr ähnlich und in den Baumaßen fast identisch, aber deutlich leichter ist der Adal Calculator (s.o.), der auf den Hauff UNION bzw. Ugrich Autorechner zurückgeht. Diese alle mit Hunderterübertragung per gleitendem Marker auf Spiralbahn. Details s.o bei Adal Calculator.

Lit.: Brauner/Vogt S.266

Herring's Computing Machine

hergestellt von John L. Herring, Derry PA, USA

vertrieben von K&E, New York, USA

produziert wohl um 1918, oder früher (s.u.)

18,3x11,9x1,3 cm (Box: 21,6x15,3x3,6 cm); 777 gr. (ohne Box)

2 Scheiben, 4 Stellen; bei rechter Scheibe direkte Eingabe bis Ziffer 99 möglich, bei linker Eingabe der 100er-Stellen bis 900 (linke Skala geht bis 49); addiert bis 4.999. 

Dieses Modell ist völlig identisch mit dem Webb's Adder (s.u.), außer dass es fest in einen rechteckigen gusseisernen Sockel eingefügt ist. Das Patent von Webb von 1889 ist eingestanzt, K&E ist als Verkäufer angegeben und bezeichnet ist der Rechner mit Herring's Computing Machine. Es ist in einer Holzkiste untergebracht, mit Originalstift.

Unter derselben Bezeichnung hat eben dieser J.L. Herring 1918 ein Patent erhalten für einen sehr ähnlichen Rechner, der aber noch eine Zusatzeinrichtung für Aufschläge hatte, speziell zur Berechnung der Frachtgewichte von Güterwaggons, siehe nächste Position.
D.h. meine Variante kann auch deutlich vor 1918 produziert worden sein; wegenAngabe von Webbs Patent evtl. offiziell in Lizenz von Webb. 

Herring  Tonnage Machine

hergestellt von Tool and Die Co., Baltimore, USA

produziert ab ca. 1916 (Patent eingereicht) bis 1920er; Seriennummer: 1157

18,3x11,9x2,9 cm; 815 gr.

2 Scheiben, 4 Stellen; bei rechter Scheibe direkte Eingabe bis Ziffer 99 möglich, bei linker Eingabe der 100er-Stellen bis 900 (linke Skala geht bis 49); addiert bis 4.999. 

Weitgehend identisch mit Herrings Computing Machine (s.o.) bzw. dem Webb Adder (s.u.), bis auf die per Schiene verstellbare Nullstelle, so dass ein Gewicht bis zu 14 automatisch dazu addiert wird.

Gemäß Patent US1263244 (eingereicht am 27.04.1916 von John L. und Henry H. Herring,  Irwin, Pennsylvania, erteilt 16.04.1918) für eine Computing Machine geht es um eine Einrichtung for automatically adding the loads of the individual cars of a train and simultaneously putting into the total a fixed allowance of tonnage per car.

 

Auf dem sehr seltenen Rechner findet sich kein Hinweis auf Herrings oder Webbs Patent.

Hexadecimal Adder - IBM

hergestellt für IBM Field Engineering Division von Sterling Plastics Co., Union, N.J., USA

Das Patent US2797047 verweist auf das Patent von Otto Lehre von 1954/57 zum dezimalen Standard-Kunststoff-Scheibenaddierer der Firma Sterling Plastics Co.

produziert wohl 1960er

23,4x7,4x1 cm; 123 gr.

4 Scheiben, 4x4 Stellen; mit Eingabestift.

Addiert/subtrahiert hexadezimal bis FFFF bzw. 10000h-1h.

Eigentlich ein normaler Scheibenaddierer aus Kunststoff, aber hexadezimal zur Unterstützung bei Programmierarbeiten.

IFACH sumadora

hergestellt/vertrieben anfangs von Calatyud-Avargues, später - wie dieses Modell - von Industrias-Avargues, Calpe/Alicante, Spanien

1x3 Stellen (rechnet bis 409)

Durchmesse 13,2 cm, Höhe 3,2 cm; Außendurchmesser der Eingabe-Anzeige 10,0 cm; 290 gr.

produziert von 1943* bis in die 1950er in der Werkstatt von Matías Pastor y Hermanos (Quelle)

*Patent 161.499 von Genaro Calatayud Sanjuán, 1943

Verkaufspreis: 38 Peseten für Modell "ebay 2018" (s.u.); gemäß Werbung 1944: 25 Pts.; 1946: 75 Pts. (Maße 12x11x2 cm); 1949: 105 Pts. für "neues Luxusmodell" [In Spanien betrug die Inflation von 1940 bis 1951 im Mittel 14 % (Quelle)].

 

Scheibenförmiger Kolonnenaddierer bestehend aus einer Einerscheibe und einer axial darunter angebrachten 10er-Blechscheibe mit Werten bis 40 mit simplem, sehr speziellem "geometrisch-gleitendem" Zehnerübertrag ohne Zahn, Zahnrad o.ä. Man konnte mit ihm auch Subtrahieren (rote Zahlen) und er besaß eine einfache Löscheinrichtung.

Montiert auf rundem, massivem Holzsockel. Es gab auch eine Variante (wohl die ältere), die auf einem quadratischen Brettchen montiert war.

IFACH heißt ein bekannter Berg/Felsen an der Küste von Calpe. Ausführliche Infos zum spanischen Apotheker Genaro Calatayud Sanjuán und der von ihm konstruierten Schreibmaschine Hogar und etwas auch zur IFACH siehe Literaturhinweis.

 

Genaro Calatayud Sanjuán hat sich bei der Konstruktion des Sumadora IFACH auf den ersten Blick vom Addierer von Funke (s.o.) inspirieren lassen. Beide bestehen aus einer Einer- und einer axial darunter angebrachten 10er-Scheibe [und beide sind ziemlich selten und gesucht], wobei es einige relevante Unterschiede gibt: 

 

Funke

IFACH

Scheibe mit 3x10 Eingabelöchern, davon nur 10 sicht- und nutzbar

Scheibe mit 2x10 Eingabelöchern,
10 schwarze zur Addition, 10 rote zur Subtraktion

Stopp der Eingabebewegung durch auf den Scheiben angebrachtes Blech

Stopp der Eingabebewegung durch Loch im Sockel

Eingabelöcher beider Scheiben im selben Abstand

Eingabelöcher beider Scheiben mit unterschiedlichem Abstand

Springende Anzeige des Zehner-übertrags: der Zehner-Wert ist immer komplett zu sehen, er wandert beim Addieren nach unten. Beim Übertrag erscheint der nächste Wert dann wieder oben

Gleitende Anzeige des Zehner-übertrags: das Schauloch wandert gleitend über die Zehnerwerte; bei Endziffern 5+6 steht die Zehnerzahl zw. 2 Werten, bei z.B 19 ist im Schauloch bereits nur die 2 zu sehen

Einfaches Ablesen durch neben-einander stehende Einer- und Zehner-werte

Zehnerwert wandert über den gesam-ten Kreis, Einerwert bei Pfeilspitze abzulesen.

Ergebnis bis 309

Ergebnis bis 409

Subtraktion mit roten Komplementär-zahlen außen und Bewegung des Stifts in Gegenrichtung

Subtraktion mit roten Komplemen-tärzahlen rechts und Bewegung des Stifts in Gegenrichtung

Löschung mittels eines der äußeren Löcher bis zum Stopp durch Loch in Sockel

Löschung mittels des innersten Loches bis zum Stopp durch Loch in Sockel

 

Literatur: Etcetera No. 91 (09.2010) mit Bericht über die Hogar Schreib-maschine (dort einige Hinweise auch zur IFACH)

 

Nachtrag: Ende 2018 wurde bei ebay ein nahezu identischer Rechner in Versand-OVP mit Eingabestift und Anleitung angeboten. Einige Informationen (z.B. Preis, Adresse) konnten daraus gewonnen bzw. verifiziert werden; der Eintrag wurde entspr. angepasst. 

l'Infaillible

hergestellt von Jevrem Ugritschitsch, Berlin; vertrieben von The Zéphyr Co., Paris

produziert 1902/03, vertrieben bis ca. 1904

rechnet bis 999; 17,4 cm Durchmesser, 0,7 cm dick; 175 gr.

Preis (1903): 9,50 Fr.

Kolonnenaddierer aus vernickeltem Metall, bei dem 1-stellige Zahlen direkt addiert werden können. Handhabung siehe Abb. 6: den Daumen auf der Unterseite durch den Ring stecken, die 4 Finger in die Kuhlen. Dann mit Stift eine Zahl 1-9 addieren, eben wie beim Kolonnen Addieren.

Mit "Hunderterübertrag" per Marker auf Spiralbahn: der sich im Schlitz mit den Hunderterziffern befindliche Marker bewegt sich beim Hunderter-übertrag um eine Stelle auf der Spiralbahn weiter (siehe Abb. 2 mit Ergebnis 0 und Abb. 3 mit Ergebnis 199). Genial und simpel.

Dieser  von J. Ugritschitsch 1902/03 in Berlin gebaute Rechner wurde in D als Revisor vertrieben. Folgemodelle sind Ugrich Autorechner, Hauff Union sowie der Adal Calculator (s.o.), dort aber jeweils Eingabe von Zahlen bis 99 möglich.

Die Fa. Zéphyr hat ansonsten seinerzeit Ventilatoren hergestellt und um 1906 auch den Tastenkollennenaddierer GAB-KA angeboten. L'Infaillible heißt auf dt. Die Unfehlbare.

Itemizer

hergestellt von Clemens-Joyce, Chicago, Ill., USA

produziert 1950er (Patent US2719006 vom 27.09.1955 für George S. Clemens); dieses Expl. wegen patent pending wohl 1954/55

9 cm Durchmesser, 3,7 cm hoch; 138 gr.

1 Scheibe, 1x3 Stellen (rechnet bis 9,99); in OVP.

Shopping Adder (Einkaufsrechner) bzw. the handy purse size calculator for the calculating woman.

Die Bedienung finde ich doch sehr unpraktisch: man drückt den großen Knopf in der Mitte nach unten, dann kann man per weißem Drehrad den 2-stelligen Cent-Betrag einstellen, per Stift ggf. den einstelligen Dollar-Betrag. Dann löst man wieder den Knopf und die Drehscheibe stellt sich per Federkraft wieder auf Null. Für die nächste Zahleneingabe wieder den Knopf drücken... Mit Schlaufe zur Befestigung am Handgelenk.

George S. Clemens hat sich in Patenten auch mit elektr. Zahnbürsten und Hand- und Haartrocknern sowie Timern beschäftigt. Die elektrischen Handtrockner haben wir also George S. Clemens zu verdanken, der 1948 wegen des Holzmangels nach dem 2. Weltkrieg - dadurch keine Papierhandtücher - auf diese Lösung kam.

Infos zur Firma oder eine Werbeanzeige konnte ich bisher nicht finden!

Link: Beschreibung und Anleitung

Precise Adder

hergestellt von Precise Manufacturing Co., St. Louis, USA

produziert 19xx (patent applied for)

23,6x23,6 cm; 21 cm Scheiben-Durchmesser; 467 gr.

1 Scheibe, Eingabe/Addition von 1 bis 27, rechnet bis 426, nur Addition möglich.

Grundplatte aus Sperrholz, das mit einem dünnen Blech überzogen ist.

 

Man kann jeweils per Finger eine Zahl von 1 bis 27 addieren (Anzeige äußerer weißer Halbkreis). Die Ergebnissumme wird unmittelbar im weißen, inneren Kreis per Blechlasche angezeigt (s. Abb. 1-3 mit Summe 0, 100 und 200). Da die Eingabescheibe 48 Stellen hat, erfolgt der Übertrag nach der 45, 93, 141, ... (s. Abb. 4). Der Übertrag wird sehr einfach per schrägem Blech ausgeführt, der den Ergebnisanzeiger um eine Kreisbahn weiter nach außen rückt (s. Abb. 5). Die max. Ergebnissumme ist 426.

Der Precise Adder hat eine gewisse Ähnlichkeit zu den Ugrich/Hauff-Rechnern mit Spiralbahn und ebenfalls einen speziellen, sehr simplen Übertrag.

Es wäre sicher spannend in der Anleitung zu lesen, wie man beim (Kolonnen-)Addieren mit der Eingabemöglichkeit bis max. 27 umgehen soll, wieso die Eingabescheibe in 48 Segmente (statt 50 oder 100) geteilt ist und worin der Nutzen liegt, dass man bis 426 statt bspw. bis 99 oder 999 rechnen kann.

Der Rechner ist offenbar sehr selten. Zur Firma kann ich nichts ergoogeln, auch keine Werbeanzeige. Es gibt gleichnamige Firmen aus anderen amerikan. Städten wie Rochester, die Radiozubehör herstellten.

(Der Precise Addder ist nicht zu verwechseln mit dem 7-stelligen Griffeladdierer Precise Adding Machine). 

Quixsum - Modelle B und C

Fractional Adding Machine

hergestellt von Precision Adding Machine Co., Providence, R.I. - Charlotte, N.C., USA

produziert ab Anfang/Mitte 1920er (patentiert 1924)

Sehr massiver, großer Tisch-Scheibenaddierer für US-Amerikanische Längenmaße; mit aufgedruckter Kurzanleitung, Adressdaten und Seriennummer.

Bei meinem Modell B steht "Patent Applied For", bei Modell C Angabe des Patents US1497570 (eingereicht von Joseph F. Leitner am 25.08.1923, erteilt am 10.06.1924) sowie "other patents pending" und "foreign patents pending". Ich habe nur noch noch ein passendes Patent CA251786 gefunden (dieses von Patton R. Clifton, erteilt am 14.07.1926).

Bei Modell C ist die Feet-Scheibe deutlich größer und die Scheiben für Hundreds und Inches haben einen größeren Lochabstand, dafür kleineren Wertebereich als bei Modell B. 

Modell A ist sehr ähnlich zum Modell B, aber als Hersteller ist die Fulton Manufacturing Company, Atlanta, GA, angegeben.

Model B: (Abb. obere Zeile)

38,3x14,5x3 cm; 1,64 kg

Seriennummer: B 1609; Baujahr ca. 1923/24

4 Scheiben (rechnet bis 5.999 feet):
1. Scheibe: 100er feet bis 59(00)

2. Scheibe: feet (1-100)

3. Scheibe: inches bis 59 (12 inch = 1 foot, d.h. Zehnerübertrag jeweils nach 1/5-Umdrehung dieser Scheibe)

4. Scheibe: fractions 1/32-Teilung

Auf Holzrahmen, guter Zustand, sehr leichtgängig. Modell B hat - anders als Modell C - einen Löschhilfehebel (mittig oben), mit dem man zwar nicht die Scheiben löschen kann, aber wenn man diesen nach unten zieht, stoppt die Scheibe bei Erreichen der Null.

Model C: (Abb. untere Zeile)

42x16x4 cm; 2,9 kg

Seriennummer: C 2597; Baujahr Ende 1920er

4 Scheiben (rechnet bis 4799 feet):
1. Scheibe: 100er feet bis 47(00)

2. Scheibe: feet (1-100)

3. Scheibe: inches bis 47 (12 inch = 1 foot, d.h. Zehnerübertrag jeweils nach 1/4-Umdrehung dieser Scheibe)

4. Scheibe: fractions 1/32-Teilung

Metall-Gehäuse angerostet - nicht schön, aber selten (die Maschine, nicht der Rost).

Stephenson Adding Machine

+ Varianten I, IIa+IIb sowie Klone (s.u.)

hergestellt von A. M. Stephenson, Joliet, Ohio, USA

patentiert 25.03.1873

produziert ab 1870er bis nach 1900 (Klone mind. bis 1929), beworben von 1890-1902; verkauft für 1-2 US$

2x2 Stellen; 9x4,7x0,25 cm; 51 gr. (Var.1), 50 gr. (Var.2a) bzw. 47 gr. (Var.2b und Klon)

Funktionsweise wie Kolonnenaddierer: an der rechten Scheibe wird per Stift die zu addierende Ziffer 0-9 eingestellt, automatischer Zehnerübertrag auf die linke Scheibe. Addiert bis 199, da linke Scheibe von 0 bis 19 geht. Ohne Löscheinrichtung.

Im Patent von Stephenson ist eine Adding Machine mit 4 Scheiben beschrieben, von der allerdings kein Exemplar bekannt ist. Der gebaute Stephenson Addierer stimmt aber mit dem patentierten darin überein, dass auf der linken Scheibe die Ziffern 0-19 angebracht sind.

Varianten 1 und 2a sind aus Messing, Variante 2b vernickelt; die Varianten 2 mit einigen sparsamen Verzierungen.

Dieser und ähnliche Rechner wurden außer mit dem Namen Stephenson noch unter anderen Namen angeboten (z.B. Universal Adding Machine, The Yale Adder von Yale Mfg. Co. aus Newark oder Perfection Adding Machine von Cin. Specialty) und/oder offenbar mehrfach geklont. Mein Rechner der Var.1 hat auf der Rückseite den Namen des Verkaufsagenten Simmons zusammen mit dem Datum des Stephenson-Patents eingeprägt.

 

 

Bild 1: Patent mit 4-scheibigem Addierer

Bild 2-4: Stephenson Variante 1 (Rückseite: C.B. Simmons, Gen'l Agent, Oil City, PA, Pat Mar 25'73)

Bild 5-7: Stephenson Variante 2a (Rückseite: A.M. Stephenson, Mfr.-Joliet, ILL - Pat Mar 25 1873) - offenbar sehr selten anzutreffen

Bild 8-9: Stephenson Variante 2b (Rückseite: A.M. Stephenson, Mfr.-Joliet, ILL - Agents wanted)

 

Bob Otnes schreibt in seinem Beitrag (s.u.), dass die Var.2 kein Patentdatum mehr trägt und daher - da Patentgültigkeit 1890 abgelaufen war - ab dann produziert wurde. Er kannte offenbar die hier gezeigte Var.2a nicht (auch konnte ich bisher kein weiteres Bild dieser Variante finden), die dann wahrscheinlich als erstes in dieser Form und kurz vor 1890 erschienen sein dürfte.

Variante 2b gab es auch ohne Eintrag auf der Rückseite oder mit Vertreternamen. Mit Agents wanted wohl am häufigsten.

 

1925 gelang es Mindling (G.N. Mindling, Pittsburgh, PA.), einen zur Variante 2 absolut baugleichen Rechner erneut patentieren zu lassen, offenbar weil Stephensons Patent deutlich von dessen seinerzeit gebautem Addierer abweicht.

Weitere ähnliche, aber nicht baugleiche Varianten: Tel-O-Flash Adding Machine (aus Alu), Mon Ami / Mein Freund... .

 

 

Literatur: "Stephenson and his Adder" von Bob Otnes

Links: www.rechenwerkzeug.de/stephenson.htm; Beschreibung Variante 1; Anleitung Variante 2

Mindling Vest Pocket Adding Machine

hergestellt von G. N. Mindling, Pittsburgh, PA, USA

2x2 Stellen (rechnet bis 199); 8,7x4,7x0,3 cm; 53 gr. 

produziert ab Mitte 1920er (patentiert 1926, Werbung aus 1929)

Glanzverchromt, Gehäuse nicht genietet (nur Drehachsen). In Pappetui mit Anleitung inkl. Spezialhinweisen für Banker - interessant, dass diese ein solches Rechengerät genutzt haben sollen. Mindling hat es irgendwie geschafft, den von Stephenson 1873 patentierten Rechner gut 50 Jahre später erneut patentieren zu lassen (s.o.).

Gesucht, aber ähnlich häufig wie die Stephenson Adding Machine Var.2. Die Stephenson Var.1 und die beiden folgenden Klone sind dagegen recht selten.

Klon der Stephenson Adding Machine

ohne Beschriftung, leicht andere Verzierung als Stephenson und Mindling, ansonsten Maße und Gewicht identisch zu Variante 2 der Stephenson Adding Machine (s.o.).

Perfection Adding Machine

hergestellt von CIN. SPECIALTY MFG. CO. - M'F'RS - CINCINNATI.O. (siehe Rechnerunterseite) 

2x2 Stellen (rechnet bis 199); 9x4,6x0,2 cm ohne, 14,5x5,5x1,2 cm mit Holzsockel; 48/79 gr. ohne/mit Holzsockel.

produziert ab ca. 1900 bis um 1920(?)

Verzierung/Optik identisch zur 1902 vom Warenhaus Sears, Roebuck & Co. für 48 Ct. angebotenen Perfection Adding Machine, hier auf Holzbrett montiert.

In mehreren Ausgaben von Popular Mechanics von 1911-1915 (z.B. Januar-Ausgabe 1913, S. 25a) steht folgende Anzeige: Perfection Pocket Adding Machine. Lightning seller. Agents wanted. Cincinnati Specialty Mfg. Co., Dept. R. Cincinnati, Ohio.

Der Holzsockel bzw. die Montage darauf könnte ein Eigenbau sein.

Einen solcher Rechner mit derselben Verzierung gab es auch mit der Bez. Lee Grover, Marengo, Ill. auf der Unterseite.

Webb Adder - Modelle 1+2

hergestellt von C.H. Webb, 571 Broadway, New York, USA

produziert ab 1868 (Modell 1) bzw. ab 1889 (Modell 2) bis um 1900

Modell 1 (Fotos 1-4):

17,2x12,1x1,4 cm; 292 gr.; Messing auf Holzplatte

Seriennummer D2108; Baujahr um 1870/1870er; Preis (1869): 8 u. 10 US$

Modell 2 (Fotos 5-10):

16,1x11x0,7 cm; 385 gr.

Seriennummer 4384; Baujahr 1890er; Preis (1891): 7 US$

Modelle 1+2 haben jeweils 2 Scheiben, 4 Stellen; bei rechter Scheibe direkte Eingabe bis Ziffer 99 möglich, bei linker Eingabe der 100er-Stellen bis 900 (linke Skala geht bis 49); addiert bis 4.999. Bei den Eingabelöchern für die vers. Ziffern ist an der Stelle eine zeigende Hand angebracht, die man anwählen muss, um die Nullstellung durchzuführen.

Beide Modelle sind mit "The Adder" und C.H. Webb beschriftet. Das Modell 1 aus Messing und Holz, Webb's Machine for Addition, wurde bereits 1868 von Charles Henry Webb patentiert (Patent US75322 vom 10.03.1868) und 1869/70 beworben. Modell 2 wurde 1889 patentiert (US414335 vom 05.11.1889 von Lester C. Smith, "assignor to C.H. Webb", und US414959 vom 12.11.1889 von C.H. Webb) und bis in die 1890er beworben. 

Identische bzw. sehr ähnliche Modelle wurden von Herring (s.o.) und Nestler & Roesler (Soennecken) angeboten.

Der Webb Adder war der erste auf dem Markt erfolgreiche Scheiben-Kolonnenaddierer; es folgte kurz danach die deutlich simplere Stephenson Adding Machine, s.o.

Links: Patente und Werbung, Infos zu Webb und seinen Rechnern, weitere Details+Innenansicht