Scheibenaddierer Spezial

Scheibenförmige Addierer in besonderer Bauform, Scheiben-Kolonnen-addierer u/o mit speziellem Zehnerübertrag - dem Sammler oft lieb und teuer.

Gezeigt werden hier Adal Calculator, Add-A-mite, Austin Grad Calculator, BriCal, Decimeter, Funke, Optima (Hauff), QuixSumShop-N-AddStephenson (und Klone wie Mindling und Perfection Adding Machine), Webb Adder (und Herring's Computing Machine und Herring Tonnage Machine).

 

Die üblichen Scheibenaddierer mit mehreren Scheiben nebeneinander und automatischem Zehnerübertrag siehe unter Scheibenaddierer Metall und Scheibenaddierer Kunststoff.

 

Adal Calculator

hergestellt von The Adal Co., Birmingham, GB

produziert von ca. 1910 bis in die 1920er

2x4 Stellen (rechnet bis 1199); 19,5 cm Durchmesser, 5 mm dick; 117 gr.

mit Box 20x20x3 cm; 375 gr.

Variante 1 (1. Zeile, Abb. 1-5): rotes Gehäuse, blauer Samt [verkauft]

Variante 2 (2. Zeile, Abb. 7-10): grün-graues Gehäuse, grüner Samt

2er-Kolonnenaddierer aus Aluminium, bei dem 2-stellige Zahlen direkt addiert werden können. Mit "Hunderterübertragung" per Marker auf Spiralbahn: der sich im Schlitz mit den Hunderterziffern befindliche Marker bewegt sich beim Hunderterübertrag um eine Stelle auf der Spiralbahn weiter (Markel fehlt, wie bei den meisten Expl.). Einzigartig, genial und simpel.

Auch in den Schreibweisen Adall/Addall Calculator.

In D als UNION Spiralrechner von J. Ugrich, Berlin-Charlottenburg, um 1905 auf den Markt gebracht, später von Dr. Albert Hauff ebenfalls als UNION-Rechenmaschine vertrieben (siehe Werbung in Bild 6 aus 1907). Er wurde auch Autorechner bezeichnet.

In der Anleitung zum Autorechner heißt es: Die Leistungsfähigkeit der Maschine is unbeschränkt. Die Schnelligkeit jedoch hängt von der Übung ab.

Auszug aus der Anweisung, in der alle 4 Hauptrechenarten beschrieben werden: Beim Gebrauch wird die Maschine in der Hand gehalten, und zwar steckt man den Daumen der linken Hand in den unterhalb der Maschine befindlichen Ring; die übrigen Finger legt man gegen die Scheibe von unten.

 

Sehr ähnlich und ebenfalls mit Spiralbahn war der L'Infaillible der Fa. The Zephyr aus Paris, der aufwändiger ausgeführt war und etwa von 1903-1909 produziert wurde (s. Abb. 11: Werbung aus 1906), 

 

Siehe auch unten OPTIMA Addierscheibe mit anderem Zehnerübertrag, ebenfalls von Dr. Hauff angeboten.

ADD-A-mite

hergestellt von Monogram of California, San Francisco, Cal., USA

produziert wohl um 1950 ("Patent Pending"; Patent US2637497 1950 eingereicht, 1953 erhalten; im Patent von Sahn K. Lowe, Honolulu, wird verwiesen auf Henry A. House’s Calculating Device, Patent US109619 von 1870)

Durchmesser 7,1 cm; 56 gr. (Aluminium)

Einsatzgebiet: Kontrolle des Warenwerts im Einkaufswagen - Keep your budget - now, you don't have to do any guess-work in the supermartket! (vgl. Shopping Adder). Mit dem Zeiger kann man 2-stellige Centbeträge einstellen und addieren/subtrahieren (mit Übertrag zum Dollar), mit dem Drehknopf ganze Dollars addieren/subtrahieren. Rechnet bis 24,99 $.

Anders als bei den simplen Shopping Addern aus Plastik und wie auch beim shop-n-add keine Einhand-Bedienung, dafür aber Eingabe 2-stelliger Centbeträge.

Links: Bölter und Retrocalculators

Austin Grade Calculator - Average Finder

hergestellt von Austin Enterprises, Earlysville, Va., USA

produziert in den 1960ern (Patent 1962)

4 Scheiben + Schieberechner; 23x20x1,8 cm; 388 gr. (je inkl. Karton)

Sehr seltene Kombination aus 4-stelligem Kunststoff-Scheibenaddierer Dial-A-Matic Automatic Adding Machine und Schieberechner Grade Calculator - Average Finder, mit deren Hilfe Lehrer (Educator) den Notendurchschnitt bestimmen können.

Beides auf Hartfaserplatte geklebt; mit Stift, Anleitung und in OVP.

Im Internet kann ich zu dieser offenbar seltenen Kombination nichts "ergoogeln".

Vergleiche mit dem REED-O-GRAPH für das gleiche Anwendungsgebiet.

BriCal Model B

hergestellt von The British Calculator Ltd., London, GB

(an der Seite ist eingestanzt: T.J. Marshall & Co. Mnfrs.)

produziert etwa von 1905 (Patent) bis um 1916 (WK I)

Durchmesser 13,4 cm, Höhe 1 cm; 438 gr. (ohne Box)

4x4 Stellen, 4 Scheiben, 5 Stellen, davon 3 Vorkomma-Stellen (Beschr. s.u.); addiert bis 500 Pfund

Seriennummer 717 (frühes Modell)

Die 4-7 Scheiben sind übereinander auf einer einzigen, zentralen Achse angeordnet, automatischer Zehnerübetrag, ohne Löscheinrichtung. Mein Expl. (das häufigste Modell B) hat 4 Scheiben, wobei bei den äußeren 3 die Eingabe per Stift, bei der inneren per kleinem Drehrad erfolgt. Es rechnet bis 499 Pfund, 19 Schilling und 11,5 Pence (12 Pence = 1 Schilling, 20 Schilling = 1 Pfund). Wie für BriCal üblich befindet sich auch mein Expl. in einem schönem Holzkästchen mit Samt.

Sie wurde als The BriCal Money Calculating Machine - Instantly adds money beworben (siehe Anleitung).

Bei den Eingabeschlitzen für die vers. Ziffern ist an der Stelle ein Punkt angebracht, die man anwählen muss, um die Nullstellung manuell durchzuführen.

Es gab eine ganze Reihe an Varianten und auch ein Modell, bei dem 3 Scheiben nebeneinander angeordnet waren (BriCal Model C). 

Literatur: Marin S.174f

Link: Modellvarianten und Innenansicht oder bei retrocalulators mit Variantenübersicht

Decimeter

keine Herstellerangabe

produziert um 1971

2 Scheiben; 8,8x4,0x0,4 cm; 12 gr.

Zur Umrechnung von alter britischer Währung (1 Pfund = 20 Schilling; 1 Schilling = 12 Pence) zum aktuellen britischen Pfund (1 Pfund = 100 Pence). Die Währungsumstellung war 1971.

In Plastikhülle; Scheiben außen geriffelt, drehen per Finger.

Funke

hergestellt von Josef Funke, München

1x3 Stellen (rechnet bis 309); 8,5x9x1,6 cm; 123 g

produziert von vor 1920 bis in die 1950er Jahre (Patent 1920)

Baujahr: um 1950; bei diesem Modell handelt es sich gemäß Lit.Hinweis um ein Nachkriegsmodell 

Scheibenförmiger Kolonnenaddierer bestehend aus einer Einer- und einer 30er-Scheibe mit simplem, aber einzigartigem "geometrischem" Zehnerübertrag. Montiert auf Holzsockel.

Viele Infos zu Funke, dem Funke-Addierer, seinem Zehnerübertrag und artgleichen Rechnern (Additionneur, Himalaja, ADA Calculating Machine - s.u.) siehe Literaturhinweis "Der Addierer von Funke".

Herstellung in einer kleinen 1-Mann-Werkstatt, Eigenverkauf in München und Oberbayern (aber siehe unten: engl. Werbung für eine ADA Calculating Machine), versehen mit handgeschriebener Bedienungsanleitung.

Link: "Der Addierer von Funke" von Stephan Weiss

Literatur: HBw(23) S.14f; HBw(26) S.17f 

Funke 4er-Kombination

hergestellt von Josef Funke, München

4 Einheiten à 1x3 Stellen (rechnet jeweils bis 309); 31,5x8x1,8 cm; 418 g

produziert um 1920

Kombination von 4 scheibenförmigen Funke-Kolonnenaddierern (s.o.).  

Gemäß Stephan Weiß (s. Lit.Hinweis) wurden solche Kombinationen in England als ADA Calculating Machine um 1920 beworben: außer Einzeladdierer auch 2er- bis 9er-Kombinationen "or even bigger numbers" (siehe die beiden letzten Abb.), aber einfach nur nebeneinander montiert, ohne Übertrag zwischen den einzelnen Rechnern.

Slogan: "The calculating machine in the vest pocket" und "ADA is an indispensable tool which is always ready to hand".

Neben dieser 4er-Kombination - die ich in der Schweiz erworben habe und die ich hier 4er-Funke nenne - sei noch eine Funke 6er-Kombination bekannt. Auch kenne ich eine 9er Kombi, die in Italien als Addizionatrice Simplicitas vertrieben wurde. Durch die Kombination der 4 Rechner kann bis 3.000.000,00 gerechnet werden.

Die einzelnen Addierer des 4er-Funke von etwa 1920 weichen in Details von dem oben gezeigten Funke Addierer aus der Nachkriegszeit ab: Beim 4er-Funke ist keine Patentnummer eingestanzt, dafür aber das Logo "Fe". Von jedem Loch der Einstellscheibe geht beim 4er-Funke ein Strich nach außen als optische Einstellhilfe. Andere Farbgebung bzw. Metalloberfläche. Der Holzsockel ist hinten beim Funke Addierer flacher angeschrägt als beim 4er-Funke.

Link: Der Addierer von Funke von Stephan Weiss

Literatur: HBw(23) S.14f; HBw(26) S.17f 

Herring's Computing Machine

hergestellt von John L. Herring, Derry PA, USA

vertrieben von K&E, New York, USA

produziert wohl um 1918, oder früher (s.u.)

18,3x11,9x1,3 cm (Box: 21,6x15,3x3,6 cm); 777 gr. (ohne Box)

2 Scheiben, 4 Stellen; bei rechter Scheibe direkte Eingabe bis Ziffer 99 möglich, bei linker Eingabe der 100er-Stellen bis 900 (linke Skala geht bis 49); addiert bis 4.999. 

Dieses Modell ist völlig identisch mit dem Webb's Adder (s.u.), außer dass es fest in einen rechteckigen gusseisernen Sockel eingefügt ist. Das Patent von Webb von 1889 ist eingestanzt, K&E ist als Verkäufer angegeben und bezeichnet ist der Rechner mit Herring's Computing Machine. Es ist in einer Holzkiste untergebracht, mit Originalstift.

Unter derselben Bezeichnung hat eben dieser J.L. Herring 1918 ein Patent erhalten für einen sehr ähnlichen Rechner, der aber noch eine Zusatzeinrichtung für Aufschläge hatte, speziell zur Berechnung der Frachtgewichte von Güterwaggons, siehe nächste Position.
D.h. meine Variante kann auch deutlich vor 1918 produziert worden sein; wegenAngabe von Webbs Patent evtl. offiziell in Lizenz von Webb. 

Herring  Tonnage Machine

hergestellt von Tool and Die Co., Baltimore, USA

produziert ab ca. 1916 (Patent eingereicht) bis 1920er; Seriennummer: 1157

18,3x11,9x2,9 cm; 815 gr.

2 Scheiben, 4 Stellen; bei rechter Scheibe direkte Eingabe bis Ziffer 99 möglich, bei linker Eingabe der 100er-Stellen bis 900 (linke Skala geht bis 49); addiert bis 4.999. 

Weitgehend identisch mit Herrings Computing Machine (s.o.) bzw. dem Webb Adder (s.u.), bis auf die per Schiene verstellbare Nullstelle, so dass ein Gewicht bis zu 14 automatisch dazu addiert wird.

Gemäß Patent US1263244 (eingereicht am 27.04.1916 von John L. und Henry H. Herring,  Irwin, Pennsylvania, erteilt 16.04.1918) für eine Computing Machine geht es um eine Einrichtung for automatically adding the loads of the individual cars of a train and simultaneously putting into the total a fixed allowance of tonnage per car.

 

Auf dem sehr seltenen Rechner findet sich kein Hinweis auf Herrings oder Webbs Patent.

Itemizer

hergestellt von Clemens-Joyce, Chicago, Ill., USA

produziert 1950er (Patent US2719006 vom 27.09.1955 für George S. Clemens); dieses Expl. wegen patent pending wohl 1954/55

9 cm Durchmesser, 3,7 cm hoch; 138 gr.

1 Scheibe, 1x3 Stellen (rechnet bis 9,99); in OVP.

Shopping Adder (Einkaufsrechner) bzw. the handy purse size calculator for the calculating woman.

Die Bedienung finde ich doch sehr unpraktisch: man drückt den großen Knopf in der Mitte nach unten, dann kann man per weißem Drehrad den 2-stelligen Cent-Betrag einstellen, per Stift ggf. den einstelligen Dollar-Betrag. Dann löst man wieder den Knopf und die Drehscheibe stellt sich per Federkraft wieder auf Null. Für die nächste Zahleneingabe wieder den Knopf drücken... Mit Schlaufe zur Befestigung am Handgelenk.

George S. Clemens hat sich in Patenten auch mit elektr. Zahnbürsten und Hand- und Haartrocknern sowie Timern beschäftigt. Die elektrischen Handtrockner haben wir also George S. Clemens zu verdanken, der 1948 wegen des Holzmangels nach dem 2. Weltkrieg (dadurch keine Papierhandtücher) auf diese Lösung kam.

Infos zur Firma oder eine Werbeanzeige konnte ich bisher nicht finden!

Link: Beschreibung und Anleitung

Optima (Hauff)

hergestellt/vertrieben von Dr. Albert Hauff, Berlin

produziert 1910er/1920er

2x4 Stellen (rechnet bis 9999); 20 cm Durchmesser, 1 cm dick; 220 gr.

2er-Kolonnenaddierer aus Aluminium, bei dem 2-stellige Zahlen direkt addiert werden können. "Hunderterübertragung" per kleinem Stift zw. der Ziffer 99 und 0 auf ein kleines Zahnrad. Von dort per Hebel Tausenderübertrag auf 2. kleines Zahnrad. 1921 von Dr. Hauff für 200 Mark als handlichste Rechenmaschine der Welt angeboten.

Optisch sehr ähnlich und in den Baumaßen fast identisch, aber deutlich leichter ist der Adal Calculator (s.o.), der auf den UNION Rechner zurückgeht. Diese aber mit Hunderterübertragung per Kugel auf Spiralbahn.

Lit.: Brauner/Vogt S.266

Quixsum C

Fractional Adding Machine

hergestellt von Precision Adding Machine Co.Inc., Providence, R.I. - Charlotte, N.C., USA

produziert ab Mitte 1920er (Patentiert 1924)

42x16x4 cm; 3,x kg

Seriennummer: C 2597; Baujahr Ende 1920er

4 Scheiben (rechnet bis 4800 feet):
1. Scheibe: 100er feet bis 47(00)

2. Scheibe: feet (1-100)

3. Scheibe: inches bis 47 (gleich wie 1. Scheibe; 12 inch = 1 foot, d.h. Zehnerübertrag jeweils nach 1/4-Umdrehung dieser Scheibe)

4. Scheibe: fractions 1/32-Teilung

Sehr massiver, großer Tisch-Scheibenaddierer für US-Amerikanische Längenmaße; mit aufgedruckter Anleitung, Adress- und Patentdaten und Seriennummer. Gehäuse angerostet - nicht schön, aber sehr selten (die Maschine, nicht der Rost).

Stephenson Adding Machine

+ Varianten / Klone (s.u.)

hergestellt von A. M. Stephenson, Joliet, Ohio, USA

patentiert 25.03.1873

produziert vor/um 1900, beworben von 1890-1902; verkauft für 1-2 US$

2x2 Stellen; 9x4,7x0,25 cm; 51 gr. (Var.1) bzw. 47 gr. (Var.2 und Klon)

Funktionsweise wie Kolonnenaddierer: an der rechten Scheibe wird per Stift die zu addierende Ziffer 0-9 eingestellt, automatischer Zehnerübertrag auf die linke Scheibe. Addiert bis 199, da linke Scheibe von 0 bis 19 geht. Ohne Löscheinrichtung.

Im Patent von Stephenson ist eine Adding Machine mit 4 Scheiben beschrieben, von der allerdings kein Exemplar bekannt ist. Der gebaute Stephenson Addierer stimmt aber mit dem patentierten darin überein, dass auf der linken Scheibe die Ziffern 0-19 angebracht sind.

Variante 1 ist aus Messing, Variante 2 vernickelt mit einigen sparsamen Verzierungen.

Dieser und ähnliche Rechner wurden außer mit dem Namen Stephenson noch unter anderen Namen angeboten (z.B. Universal Adding Machine, The Yale Adder von Yale Mfg. Co. aus Newark oder Perfection Adding Machine von Cin. Specialty) und offenbar mehrfach geklont. Mein Rechner der Var.1 hat auf der Rückseite den Namen des Verkaufsagenten Simmons zusammen mit dem Datum des Stephenson-Patents eingeprägt.

1925 gelang es Mindling (G.N. Mindling, Pittsburgh, PA.), einen zur Variante 2 absolut baugleichen Rechner erneut patentieren zu lassen, offenbar weil Stephensons Patent deutlich von dessen seinerzeit gebautem Addierer abweicht.

Weitere ähnliche, aber nicht baugleiche Varianten: Tel-O-Flash Adding Machine (aus Alu), Mon Ami / Mein Freund... .

 

Bild 1: Patent mit 4-scheibigem Addierer

Bild 2-4: Stephenson Variante 1 (Rückseite: C.B. Simmons, Gen'l Agent, Oil City, PA, Pat Mar 25'73)

Bild 5-6: Stephenson Variante 2 (Rückseite: A.M. Stephenson, Mfr.-Joliet, ILL - Agents wanted)

 

Literatur: "Stephenson and his Adder" von Bob Otnes; Russo S.115

Links: www.rechenwerkzeug.de/stephenson.htm; Beschreibung Variante 1; Anleitung Variante 2

Mindling Vest Pocket Adding Machine

hergestellt von G. N. Mindling, Pittsburgh, PA, USA

2x2 Stellen (rechnet bis 199); 8,7x4,7x0,3 cm; 53 gr. 

produziert ab Mitte 1920er (patentiert 1926, Werbung aus 1929)

Glanzverchromt, Gehäuse nicht genietet (nur Drehachsen). In Pappetui mit Anleitung inkl. Spezialhinweisen für Banker - interessant, dass diese ein solches Rechengerät genutzt haben sollen. Mindling hat es irgendwie geschafft, den von Stephenson 1873 patentierten Rechner gut 50 Jahre später erneut patentieren zu lassen (s.o.).

Gesucht, aber ähnlich häufig wie die Stephenson Adding Machine Var.2. Die Stephenson Var.1 und die beiden folgenden Klone sind dagegen recht selten.

Klon der Stephenson Adding Machine

ohne Beschriftung, leicht andere Verzierung als Stephenson und Mindling, ansonsten Maße und Gewicht identisch zu Variante 2 der Stephenson Adding Machine (s.o.).

Perfection Adding Machine

hergestellt von CIN. SPECIALTY MFG. CO. - M'F'RS - CINCINNATI.O. (siehe Rechnerunterseite) 

2x2 Stellen (rechnet bis 199); 9x4,6x0,2 cm ohne, 14,5x5,5x1,2 cm mit Holzsockel; 48/79 gr. ohne/mit Holzsockel.

produziert ab ca. 1900 bis um 1920(?)

Verzierung/Optik identisch zur 1902 vom Warenhaus Sears, Roebuck & Co. für 48 Ct. angebotenen Perfection Adding Machine, hier auf Holzbrett montiert.

In mehreren Ausgaben von Popular Mechanics von 1911-1915 (z.B. Januar-Ausgabe 1913, S. 25a) steht folgende Anzeige: Perfection Pocket Adding Machine. Lightning seller. Agents wanted. Cincinnati Specialty Mfg. Co., Dept. R. Cincinnati, Ohio.

Der Holzsockel bzw. die Montage darauf könnte ein Eigenbau sein.

Einen solcher Rechner mit derselben Verzierung gab es auch mit der Bez. Lee Grover, Marengo, Ill. auf der Unterseite.

Webb Adder - Modelle 1+2

hergestellt von C.H. Webb, 571 Broadway, New York, USA

produziert ab 1868 (Modell 1) bzw. ab 1889 (Modell 2) bis um 1900

Modell 1 (Foto 1-4):

17,2x12,1x1,4 cm; 292 gr.; Messing auf Holzplatte

Seriennummer D2108; Baujahr um 1870/1870er; Preis (1869): 8 u. 10 US$

Modell 2 (Foto 5-10):

16,1x11x0,7 cm; 385 gr.

Seriennummer 4384; Baujahr 1890er; Preis (1891): 7 US$

Modelle 1+2 haben jeweils 2 Scheiben, 4 Stellen; bei rechter Scheibe direkte Eingabe bis Ziffer 99 möglich, bei linker Eingabe der 100er-Stellen bis 900 (linke Skala geht bis 49); addiert bis 4.999. Bei den Eingabelöchern für die vers. Ziffern ist an der Stelle eine zeigende Hand angebracht, die man anwählen muss, um die Nullstellung durchzuführen.

Beide Modelle sind mit "The Adder" und C.H. Webb beschriftet. Das Modell 1 aus Messing und Holz, Webb's Machine for Addition, wurde bereits 1868 von Charles Henry Webb patentiert (Patent US75322 vom 10.03.1868) und 1869/70 beworben. Modell 2 wurde 1889 patentiert (US414335 vom 05.11.1889 von Lester C. Smith, "assignor to C.H. Webb", und US414959 vom 12.11.1889 von C.H. Webb) und bis in die 1890er beworben. 

Identische bzw. sehr ähnliche Modelle wurden von Herring (s.o.) und Nestler & Roesler (Soennecken) angeboten.

Der Webb Adder war der erste auf dem Markt erfolgreiche Scheiben-Kolonnenaddierer; es folgte kurz danach die deutlich simplere Stephenson Adding Machine, s.o.

Links: Patente und Werbung, Infos zu Webb und seinen Rechnern