Zahlenschieber aus dem europ. Ausland

Wenn auch die Zahlenschieber aus dt. Produktion wie Addiator, Addimult, Correntator, Produx etc. am erfolgreichsten waren, so wurden Zahlen-schieber doch auch in vielen anderen Ländern produziert - sie gehen ja auch auf Entwicklungen in Russland und Frankreich (siehe Arithmogrphe Troncet) zurück.

 

Hier - nach Ländernamen sortiert - einige Beispiele aus dem europäischen Ausland: Belgien, England, Finnland, Frankreich, Italien, Russland/UdSSR, Schweden, Schweiz, Spanien, Tschechoslowakei und Ungarn.

 

Für nicht dekadische Zahlenschieber, z.B. für die alte britische Währung - egal wo oder von wem produziert - habe ich zusätzlich eine eigene Rubrik eingerichtet.

 

Belgien

Mads

hergestellt von n.n. (s.u.), Belgien

produziert wohl in den 1920ern, Seriennummer 5.088

9x9 Stellen; 22,8x11,9x0,7 cm; 547 gr.

Sehr großer und schwerer Zahlenschieber, mit Einstellstift.

Deshalb und da Verzierung aufwändig evtl. ein frühes Modell der Fa. Master (siehe die nächsten Modelle), die Mitte der 1920er gegründet wurde.

Master

Die Fa. Master wurde Mitte der 1920er in Belgien gegründet. Der Hauptsitz war in Brüssel, die Produktion in Herstal in der Provinz Liège (Lüttich). Bis in die 1960er produzierte die Fa. Zahlenschieber, die vergleichsweise aufwändig (Zahlenschieber kugelgelagert) und mit einigen Zusatzeinrichtungen ausgestattet waren.

Besonders bekannt sind die Électrique-Modelle, bei denen eine Lampe anzeigt, ob nach oben oder unten geschoben werden muss. Einige waren mit Schreibvorrichtungen wie Multiscriptor oder Multipli ausgestattet. Zur Löschung wurde meist eine Kurbel oder ein Zahnrad-Hebel eingesetzt.

Das Firmenlogo besteht aus einem Kopf mit Blitz dahinter, das Motto lautet le cerveau électrique (das elektrische Gehirn).

 

Links: Weitere Beispiele für die aufwändigen und optisch auffälligen Master-Zahlenschieber Efficience oder Master im Rechnerlexikon (dort mit ausführlicherer Firmengeschichte) und unter Fredscalculators.

 

Hier einige Beispiele:

Master - All mit Multipli

hergestellt von Master, Liege (Lüttich), Belgien

produziert 1930er

9x9 Stellen; x cm; x gr.

Dieses Expl. wurde am 17.04.1937 für 75 Fr. verkauft.

Modell in OVP mit Eingabestiften und schiebbarer Schreibvorrichtung Multipli zur Unterstützung bei Multiplikationsaufgaben. Mit Löschkurbel. Der Rechner ist auf einem Holzsockel montiert, der per steckbarem Drahtbügel schräg gestellt werden kann.

Mit dabei sind noch eine Reihe an Dokumenten, z.B. die 16-seitige Anleitung sowie der Verkaufsbeleg.

Master - Belga Novic

hergestellt von Master, Liege (Lüttich), Belgien

produziert von ca. 1926 bis 1930er, ab 1931 mit Rückstellhebel

9x9 Stellen; 16x17x8,5 cm; 840 gr.

Identisch mit Master Business Mod. 3 auf Sockel mit Zahnrad-Löschhebel, aber mit Aufdruck Belga Novic, wozu ich bisher kaum Infos finden konnte.

Aufdruck "Machine à calculer - Roule sur billes (Kugellager)"

Master - DA 702 électrique mit Multiscriptor

hergestellt von Master, Liege (Lüttich), Belgien

produziert von ca. 1945 bis 1960er

9x9 Stellen; x cm; x gr.

Dieses Expl. wurde am 23.11.1968 verkauft.

Luxusmodell mit großem, grünem Sockel mit elektrischer Anzeige (per Lampe) für die Bewegungsrichtung sowie Schreibvorrichtung Multiscriptor zur Unterstützung bei Multiplikationsaufgaben. Mit Zahnrad-Löschhebel.

Mit dabei sind noch eine Reihe an Ersatz-Notizrollen sowie einige Dokumente wie 16-seitiger Anleitung, 4-seitiger Kurzanleitung und Grantieschein.

Master - Ref.DA No702

hergestellt von Master, Liege (Lüttich), Belgien

produziert 1950er/1960er

9x9 Stellen; 15,8x14,5x4,5 cm; 516 gr.

Mit Rückstellkurbel, mit stabilem, schwerem Gusssockel; offenbar einfaches Nachfolgemodell von obiger Master-Maschine. Das Modell DA 702 gab es auch in einem Gehäuse mit Papierstreifen für Notizen, stabilerer Löschung und elektrischer Anzeige, ob Übertrag erforderlich (s.o.).

Link: Rechnerlexikon

Master - Sirius mit Scriptor

hergestellt von Master, Liege (Lüttich), Belgien

produziert 1950er/1960er

9x9 Stellen; 15,6x14,6x5,8 cm; 520 gr.

Mit Rückstellkurbel; mit stabilem Gusssockel; mit Einrichtung Scriptor zum Notieren von Zwischenergebnissen.

 

England

Exactus Mini-Add

hergestellt von Exactus Limited, London, England

produziert wahrscheinlich 1950er

8x9 Stellen; 10,8x7,5x0,4 cm; x gr.

Rechnet bis 99.999 brit. Pfund, 20 Schilling ergeben ein Pfund, 12 Pence ein Schilling, rechts Spalte mit 1/4 Pences. Mit klappbarer halber Abdeckplatte zum Umschalten zw. Addition und Subtraktion.

In OVP mit Stift, Etui und 6-seitiger Anleitung. In England recht verbreiteter Rechner - the world's smallest adding machine.  

 

Finnland

Addiator (Laskukoje - Räkneapparat)

hergestellt von n.n., Finnland

produziert wahrscheinlich 1940er/50er

8x9 Stellen; 14,3x8,8x0,5 cm; 124 gr. (nur Rechner)

In Papphülle, die mit der Anleitung für Addition in finnischer und schwedischer Sprache beklebt ist (der Name Adiator ist dort falsch nur mit einem d geschrieben!); mit Original-Stift (handgeschnitzt, wie immer bei diesem Modell); in Versandumschlag.

Von 1942 bis 1952 durften nach Finnland keine Rechengeräte importiert werden (Auskunft Timo Leipälä); vielleicht deshalb Namenskopie des berühmten Addiators seinerzeit möglich. Ansonsten ist der Zahlenschieber technisch/baulich nicht mit den Addiatoren von Kübler vergleichbar; farblich sowie einzigartig. 

Laskukoje (finn.) heißt auf dt. Recheninstrument. Einen Hinweis auf den Hersteller konnte ich bisher nicht finden. Da immer nur mit finn./schwed. Anleitung und i.d.R. in Skandinavien anzutreffen, wohl sicher aus nordischer Fabrikation.

 

Frankreich

Addiator - Unis France (Lizenzfertigung)

hergestellt von Unis France bzw. Le Girondin, Bordeaux, Frankreich

produziert Mitte 1920er; SN F133212

9x9 Stellen; 17,3x10,8x0,6 cm; 238 gr. (ohne Pult, nur Zahlenschieber)

Schwerer, großer Addiator als aufwändiges Pultmodell mit eleganter Haube. Als Addiator-Lizenzmodell in F gefertigt. Die Bedeutung von Unis France wird im Rechnerlexikon erläutert. 

Beworben 1926 (siehe letztes Bild): Das Modell mit Sockel dient als Kasse, berechnet automatisch die Einnahmen und Ausgaben, und gibt jederzeit den richtigen Umsatz an. Preis: 145 Frs (mit Pult, ohne Haube)

Eine Anleitung zu einem solchen frz. Addiator in Kunstlederetui verweist auf Etablissements Francais ADDIATOR, Paris - Bordeaux, Mai 1923 mit Angabe Prix: 2 francs für die Anleitung. 

Arithmographe Troncet

hergestellt von Ve. P. Larousse & Cie., Paris, Frankreich

produziert 1889 bis 1910er (Patent FR197579 von 1889)

7x8 Stellen; 13,5x10x0,7 cm; 213 gr. (in Klapp-Etui)

In rotem Klappetui mit Stift sowie Schiefertäfelchen für Notizen und Rechenanleitung Instruction sur l'Arithmographe, Handhabungshinweise Observations générales und Multiplikationstabelle Tables del'arithmographe.

Das Etui ist beschriftet mit Arithmographe Troncet - Pour les quatre opérations - Calculateur mécanique instantané.

Nach dem Kummer Rechner aus Russland wohl der zweitälteste Zahlenschieber; ohne Löscheinrichtung. Mit getrennter Ergebnisanzeige für Addition und Subtraktion. Häufig - wie hier - mit der Herstellerangabe Librairie Larousse

Der Rechner wurde seinerzeit bspw. als Calculateur mécanique instante in La Nature 1890 und im Bericht Sur un calculateur mécanique appelé Arithmographe (frz. mit schöner Abb.) zur Sitzung der frz. Académie des sciences vom 30.03.1903 beschrieben.  

 

Oben in der rechten Abbildung ist das Vorgängermodell Arithmographe Simplifié ou Calculateur-Troncet zu sehen (Patent FR171473 von 1885). Es hat noch keinen Hakenzehnerübertrag und ist aus Pappe gefertigt. Das Bild stammt aus einer 1-seitigen Beschreibung in La Science Illustrée No. 27 vom 02.06.1888. Dort wird das Gerät in eine Reihe mit den Maschinen von Pascal, Thomas und Babbage gestellt und gerade wegen seiner Einfachheit und Erschwinglichkeit bei hoher Leistungsfähigkeit überschwänglich gelobt.

Links: Calculators of Louis TroncetLes machines de Louis Troncet und Rechnerlexikon

PICMA

hergestellt von ELPÉ - Unis France, Bordeaux, Frankreich

produziert Mitte-Ende 1920er

8x9 Stellen; 15x8,9x0,4 cm; 126 gr. (ohne Etui bzw. OVP)

Abgebildet sind 2 Rechner mit Einstellsitft, links in OVP mit Anleitung, rechts in Etui. Nur Addition.

Die Bedeutung von Unis France wird im Rechnerlexikon erläutert. In der Anleitung steht toutes les machines à tirettes mobiles sont construites dans nos Usines des Bordeaux (alle unsere Zahlenschieber werden in unseren Anlagen in Bordeaux gefertigt).

ReBo

hergestellt von Reybaud, Marseille, Frankreich

produziert 1923 bis Ende 1920er (Patent 1923)

9x9 Stellen, 14,9x8,4x0,7 cm (ohne); 24x12x1,3 cm, 229 gr. (mit Holzsockel)

Relativ häufig, hier das sehr seltene auf Holzsockel montierte Modell mit Stift in Stiftehalterung. Der RéBo (genauso ausgesprochen wie Herstellername Reybaud) Zahlenschieber hat nur ein Rechenfeld für die Addition.

Reybaud stellte auch Stifte und Rechenschieber her.

 

Italien

Rapid-Calcolo

hergestellt von S.G., Italien

produziert ca. 1950er

7x8 Stellen; 14,5x7x0,4 cm; 82 gr.

Wie von vielen Zahlenschieber-Herstellern wird auch hier per Rechenzeichen bzw. Buchstaben auf der Rechneroberfläche damit geworben, dass der Rechner für alle vier Rechenarten S- / D÷ / A+ / Mx geeignet sei.

Er wurde seinerzeit für 3.000 Lire verkauft.

Semplix

hergestellt von n.n., Italien

produziert ab Mitte 1920er (Werbung) bis ?

9x9 Stellen; 9,4x6,3x0,7 cm; 89 gr. (inkl. Metall-Etui)

Fest eingebaut in Messing-Klappetui mit Eingabestift und Notizzetteln; diese mit Aufschrifft Calcolatore Registratore NOTES "SEMPLIX"

Sehr kleiner Zahlenschieber - der mit der kleinsten Länge in meiner Sammlung - mit einigen Besonderheiten: 

- kein Hakenzehnerübertrag

- die Schieber werden per Stift an herausstehenden Haken bewegt, nicht wie üblich an Löchern

- zwischen den Reihen wechseln sich die Zahlen für Addition und Komplementärzahlen für Subtraktion ab.

Es gab später auch noch Exemplare mit anderen Oberflächendesigns und Schriftarten (siehe Rechnerlexikon). Relativ selten.

Super-Corona

hergestellt von M.D. (Mario Diaz), Mailand, Italien

produziert ca. 1950er

7x8 Stellen; 14,6x6,1x0,3 cm; 28 gr.

In schönem Schlangenleder-Etui. Extrem leicht aus Aluminium.

Ein sehr ähnlicher, gleich großer italienischer Zahlenschieber mit den Initialen F.D. wurde als Super-Simplex vertrieben: 

Super-Simplex

hergestellt von F.D. (?; eine Anleitung wurde in den 1930ern in Milano gedruckt), Italien

produziert ca. 1930/40er (auf einer Anleitung ist "garantita a tutto il 1945 salvo rotture o guasti causati" vermerkt)

7x8 Stellen; 14,5x6,1x0,3 cm (ohne Etui), 89 gr. (mit)

In schwarzem Leder-Etui. Deutlich schwerer (Blech, nicht Alu) als der optisch sehr ähnliche Super-Corona (s.o.).

 

Russland / UdSSR

АРИФМЕТИЧЕСКАЯ ЛИНЕИКА (=Arithmetisches Lineal)

hergestellt von СЕВЕРНЫЙ ПРЕСС (Severnyi Press bzw. Nord Presse), Leningrad (St. Petersburg), Russland (UdSSR)

produziert spät. ab 1974 bis um 1980

6x6 Stellen; 16,1x4,2x0,4 cm; 61 gr.

Arithma-Typ, in rotem Kunstlederetui mit Anleitung, dort Stempel CEH 1979 (=Sept. 1979). Weiteres siehe Abb. der Anleitung.

 

Schweden

Plu-Mi von Multi-Divi / Wilken Wilkenson

hergestellt von Aktiebolaget Multi-Divi, Vikarbyn, Schweden

produziert Ende der 1940er

8x9 Stellen; 23x8,3x0,4 cm; 235 gr.

Relativ großer und schwerer Schieberechner mit Einstellstift und ausführlicher Anleitung auf der Rückseite (schwedisch). Dort folgt auch der Hinweis, dass man zum Multiplizieren und Dividieren das Tabellenwerk Multi-Divi vom selben Hersteller benutzen soll.

Weitere Details zum Rechner siehe Rechnerlexikon.

 

Schweiz

Correntator Unical - Pultmodell

hergestellt von Unical (Jean Bergmann), Frauenfeld, Schweiz

produziert ab 1936

10x10 Stellen; 22,2x14,9x8,4 cm; 1,42 kg (mit Sockel).

Großes Modell auf massivem Holzpult mit dem für den Correntator typischen Umklappblech zum Wechsel zwischen Addition und Subtraktion.

Jean Bergmann produzierte in den 1920ern und Anfang der 1930er in Berlin unter anderem die CBR und Correntator-Zahlenschieber sowie Tabellenwerke. Er emigrierte dann in die Schweiz, wo er unter dem Firmennamen Unical die Correntator-Produktion fortführte (siehe Aufdruck Fabrication Suisse). 

Trebla

hergestellt von Albert Steinmann, La Chaux De Fonds, Schweiz

produziert 1930er/40er

8x9 Stellen; 17,2x10,6x1,1 cm; 288 gr. (mit Sockel).

Großes Modell, eingefügt in massivem Kunstmarmor-Pult. 

Trebla ist die Umkehrung des Namens Albert (von Albert Steinmann).

Mit drehbarer Abdeckplatte zur Umschaltung von Addition auf Subtraktion (wie Correntator oder Exactus Mini-Add).

Aus dem Hause Steinmann stammen auch noch die Rechner Stima und Stima Universal 4.

 

Spanien

Exacta

produziert 1930er/1940er

7x8 Stellen; 11,5x5,6x0,3 cm

bis auf die Bezeichnung identisch zur Produx Saldo Maschine von Otto Meuter / Fa. Produx, Berlin, aber in Spanien vertrieben von I.A.M. aus Barcelona. 

Evtl. auch in Spanien in Lizenz hergestellt, da Oberflächenbeschichtung unterschiedlich zum Produx-Rechner.

In Klappetui mit 4-seitiger spanischer Anleitung und Stift.

In Spanien neben Addiator und Addimult Modellen sowie dem Olfing-Zahlenschieber relativ häufig anzutreffen.

Faltex

hergestellt von n.n., D/Spanien? (Fabricacion Alemana)

[da kein ähnlicher Rechner aus D bekannt ist und nur solche mit span. Beschriftung, habe ich ihn Spanien zugeordnet; evtl. Angabe Alemana nur aus Werbegründen o. der Erfinder / Hersteller war Deutscher in Spanien]

produziert 19?? (manche Sammler/Verkäufer geben - ohne Beleg/Quelle - 1930er, manche 1940er an)

6x7 Stellen; 29,5x15,5x2,2 cm; 364 gr.

Rechnet bis 99.999 Pesetas und 99 Centimos.

Neben seinen relativ riesigen Ausmaßen - siehe letztes Bild mit Vgl. zu einem Zahlenschieber in Standardgröße - hat dieses sehr seltene Rechengerät noch folgende Besonderheiten:

- Rahmen aus Holz

- Eingabefläche und Schieber aus Hartpappe

- Ziffern enden erst bei 11, nicht wie üblich bei 9 ... (vgl. Patent DE398772)

- mit verschiebbarer Notizfläche für Zwischensummen (vgl. die Master-Rechner aus Belgien mit Multipli und Multiscriptor, s.o.)

- Eingabestift = Bleistift, mit dem auch die Rechennotizen gemacht werden

Der Name könnte Fehler-Ex bedeuten (span. falta = Fehler).

Sehr selten.

[Ein Verkäufer gab an, dass er am 24.01.1946/01.03.1946 als UNA MÁQUINA SUMADORA DE BOLSILLO von D. Pedro del Moral Hidalgo de Atarfe (Granada) patentiert wurde. Ganz offensichtlich passt aber dieses Patent nicht zum Faltex].

Ofling

hergestellt von TSB - Talleres S. Buzzanca, Barcelona, Spanien

(in der Anleitung als "Konzessionär" bezeichnet)

produziert 1945 bis mind. 1951

7x8 Stellen; 14,5x6,2x0,35 cm; 105 gr. (ohne Etui)

In schwarzem Etui mit sowohl aufgeklebter Kurzanleitung als auch eingelegter 4-seitiger Bedienungsanleitung; mit Stift.

Sehr ähnlich zu Rapid-CalcoloSuper-Corona und Super-Simplex aus Italien, s.o.

 

Tschechoslowakei

RychloPoctar

hergestellt evtl. von Ceska Zbrojovka Brno, Tschechoslowakei

produziert 1960er

a) Bilder 1-3: 8x9 Stellen; 13,9x7,5x0,3 cm (ohne Etui); 115 gr. (mit)

In rotem Etui mit Stift. 

b) Bilder 4+5: 8x9 Stellen; 13,9x7,5x0,3 cm (ohne Etui); 100 gr. (mit)

In grauem Etui mit Stift. 

Rychlo Poctar bedeutet Schnell-RechnerBei einem Exemplar im Internet befand sich als Aufdruck Ceska Zbrojovka Brno auf dem Etui, der Name eines Tschechischen Waffenherstellers. Könnte zu den 3 Buchstaben Z und CB im Logo unten auf dem Rechner passen. Die Fa. hat außerdem in den dreißiger Jahren Norwood Schreibmaschinen in Lizenz von Remington und andere zivile Produkte wie Motorräder und Autos produziert, bis in die 1980er u.a. Traktoren und Büro-, Kommunikations- und Rechentechnik.

Eine andere Internetquelle gibt ZNAK aus České Budějovice als Hersteller an.

Bei einem anderen Rechner stand neben dem Preis (30 tschech. Kronen) noch die Jahreszahl 1966.

Link: Ceska Zbrojovka Brno

 

Ungarn

Danaddo II (mit Gehäuselöschung)

hergestellt/entwickelt von Paksy Jenō, Budapest, Ungarn

produziert um 1945

8x8 Stellen; 12,3-17,4x12,2x0,8 cm; 232 gr.

Der Danaddo stammt - anders als der Name suggeriert* - aus Ungarn. Entwickelt und produziert von Paksy Jenō, der als Zubehör auch ein 1x1-99x99 Tabellenbuch CELER Szorzótábla - auf dt. Multiplikationstabelle - lieferte (Bild 4).

Der Danaddo hat keinen äußeren Hakenzehnerübertrag, sondern ähnlich wie beim CBR erfolgt der Übertrag automatisch beim Hochschieben der Zahlenschieber. 

Dieses extrem seltene Modell hat nicht wie das Danaddo Standardmodell Bügellöschung, sondern die Löschung erfolgt - einmalig bei Zahlenschiebern - durch Zusammenschieben des Gehäuses (siehe mittlere Abb.), optisch sehr gewöhnungsbedürftig.

Paksy Jenō erfand 1958 auch das erfolgreiche Kunststoff-Baukasten-System Plasticant, das bis 1974 produziert wurde. Ab 2008 Neuauflage namens JÁVA.

*dummerweise bedeutet die ungar. Vorsilbe "dán" auf dt. "dänisch", "addo" leitet sich wohl vom ungar. "addíció" ab, auf dt. "Addition". Also könnte Danaddo in etwa "dänischer Addierer" heißen. Deswegen ist fälschlicherweise häufig Dänemark als Herkunftsland angegeben. Mal sehen, ob es eine bessere Übersetzung bzw. Erklärung für die Namensgebung Danaddo gibt.