Sonstige Addiermaschinen

Verschiedenartige Addiermaschinen, die sich nicht meinen anderen Kategorien zuordnen lassen. Addiergeräte ohne (vollautomatischen) Zehnerübertrag siehe unter Zahlenschieber oder Tabellen+Rechenhilfen.

 

Barrett Figuring Machine A-9

hergestellt von Lanston Monotype Machine Company, Philadelphia, USA

10-er Blocktastatur, 9 Stellen im Ergebniswerk; 14x22,5x13 cm; 3,5 kg

produziert ab ca. 1935 bis um 1940

Martin schreibt im Nachtrag von 1936: "Neu ist die Barrett 10-Tasten nichtschreibende Addiermaschine zu $ 45."

SN A4665.

Eine der wenigen (die erste?) nichtdruckenden Addiermaschinen mit 10er-Blocktastatur, wie wir sie heute vom Taschenrechner und der PC-Tastatur kennen. Hebt sich mit ihrem "knuffigen" Design in Bakelit-Gehäuse mit dem großen gelben Griffknopf von anderen nichtdruckenden Addiermaschinen ab. Die ansonsten gleiche, druckende Variante hieß Barret B-9.

Die Fa. Barrett Adding Machine Co., Grand Rapids, produzierte ab 1910 primär druckende und nichtdruckende Addiermaschinen mit Volltastatur. Ab 1922 bis in die 1940er wurden die Barrett Maschinen dann von der Lanston Monotype Machine Co. produziert. Diese für Setzmaschinen bekannte Fa. existiert heute noch als Monotype Imaging Inc., zu der auch die Linotype GmbH gehört.

Bei der Barrett A-9 wird die eingetastete Zahl ins Resultatwerk übertragen bzw. zu dessen Wert addiert, indem der große Hebel nach hinten und wieder zurück bewegt wird.

Mit Multiplikations- (die eingetasteten Werte bleiben erhalten, der Hebel muss entspr. oft bewegt werden), Subtraktions- (per Komplementärzahlen) und Löschfunktion (die Löschtaste drücken und Hebel betätigen). In einem kleinen Schauloch wird bei der Eingabe angezeigt, wie viele Ziffern bzw. Stellen bereits eingegeben wurden. Nachteil ist, dass es keine Eingabekontrolle gibt.

Literatur: Martin S.397, Schranz S.72, AmerDigest S.27f

PERAG "ADSU"

Addiermaschine mit Schiebereingabe

hergestellt von PERAG.m.b.H.* (Präzisionstechnik - Elektrotechnik u. Radio Gesellschaft m.b.H.), Berlin-Zehlendorf, Wilskistr. 1a

produziert ca. 1948 bis 1954

10x10 Stellen; 25,5x22x12,5 cm; ca. 5 kg

"Type 502", Seriennr. 2090; Baujahr 1948/49*, Preis (1951): 150 DM

Sehr massives Modell. Subtraktion mittels Komplementärzahlen (rot - siehe letztes Foto; umstellbare Kontrollanzeige für Addition und Subtraktion).

Handhabung: Die Werte werden pro Stelle beim Einstellen der Schieber sofort zum jeweiligen stellengleichen Wert im Resultatwerk addiert bzw. bei Einstellung auf Subtraktion sofort vom jeweiligen Wert subtrahiert, allerdings erst mal ohne Zehnerübertrag.

Beim Addieren wird der Zehnerübertrag mit einer 1/2 Umdrehung an der rechten großen Kurbel rechtsherum (nach hinten ziehen) im Ergebniswerk ausgeführt und dabei die eingestellten Werte wieder auf "schwarze 0" gesetzt.

Beim Subtrahieren wird der Zehnerübertrag mit einer 1/2 Umdrehung an der rechten großen Kurbel linksherum (nach vorne ziehen) im Ergebniswerk ausgeführt und dabei die eingestellten Werte auf "rote 0" gesetzt.

Zum Löschen des Ergebniswerkes große Kurbel linksherum drehen und festhalten, dann kleine Kurbel drehen zum Löschen.

Insgesamt deutlich weniger bedienungsfreundlich als bspw. Comptometer oder Plus oder die Hand- oder Hebeladdierer; deshalb wohl auch kein Verkaufserfolg und heute nur sehr selten anzutreffen.

*Im Amtlichen Fernsprechbuch für Berlin ist die Firma 1948 eingetragen mit PERAG mbH Präzisionstechn., Elektrotechn. u. Radio-Ges.mbH., Zehld., Wilskistr. 1a, (Tel.) 845960. In den Ausgaben 1950-53 mit PERA Präzisions-, Elektro- und Radio-Techn. Ges.m.b.H. und der selben Adresse. Vor 1948 und nach 1953 gab es keinen Eintrag. Da das Firmenschild zum ersten Eintrag passt, kann man von einer Produktion dieser Maschine 1948/49 ausgehen.

Stima MIII

Addiermaschine mit Stifteingabe, Zahnstangen-System

hergestellt von Steinmann, La Chaux De Fonds, Schweiz

produziert ab 12.1930; mit dieser Stellenzahl ab 1946

9x9 Stellen; 14,1x9,4x2,9 cm; 695 gr.

Seriennummer 32098; Baujahr um 1950

Preis 1937: 50-158 SFr je nach Modell+Ausstattung

Sehr massives Modell in hervorragender Schweizer Qualität, bestehend aus immerhin fast 500 Einzelteilen. Anwendung bei Addition sowie Optik wie Zahlenschieber, aber mit vollautomatischem Zehnerübertrag anstatt halbautomatischem Haken-Zehnerübertrag. Die Subtraktion erfolgt jedoch mit Komplementärzahlen. Löschung der Eingabe per Drücken auf rotem Knopf, Löschung des Resultats per weißem Zug-Knopf.

Die Stima gab es mit 5,7,8,9 Stellen und auch mit Bakelit-Pult.

Weitere Infos und Patentdaten siehe Rechnerlexikon; Innenansicht; Skizze Zehnerübertrag.

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