Scheibenaddierer aus Kunststoff

Scheibenaddierer aus Kunststoff haben ab den 1950ern die Metall-Scheibenaddierer langsam verdrängt (siehe Scheibenaddierer Metall oder - mit anderer Anordnung oder Besonderheiten - Scheibenaddierer Spezial). 

Mit den hier gezeigten Kunststoff-Scheibenaddierern konnte auch subtrahiert werden. Einige verfügten über eine Löscheinrichtung.

Automatic Adding Machine - Pencil Box

hergestellt von Sterling - Plastics Company Union, Mountainside, N.J., USA

produziert ab 1954 bis in die 1960er 

4 Stellen; 20x6x2 cm; 89 gr.

Mit direkter Subtraktion, ohne Löscheinrichtung. Mit Anleitung, aber ohne den dort angeführten Sift.

Da dieser Scheibenaddierer noch nicht die sonst übliche Bezeichnung Dial-A-Matic trägt sowie wegen "Patents Pending" Baujahr wohl etwa 1954 (s.u. Dial-A-Matic). Mit "No. 566" gekennzeichnet.

Die beiliegende Anleitung führt aus, dass der Rechner aus durable, long-wearing DuPont Nylon hergestellt wurde. Simpler than Simple Arithmetic! It's so easy! It's Fun! It's Correct! It's Fast! 

Link: Dial-A-Matic (Bölter)

Checkbook Balancer

hergestellt von Diamond International Corp., Pasadena, Cal., USA

produziert wohl in den 1960ern (keine Angabe, "Patent Pending")

6 Stellen; 16x7,8x0,8 cm; 47 gr. (je inkl. Kartonverpackung)

Auf der Vorderseite addieren (Deposit), auf der Rückseite abziehen (Deduct). Zum Einheften in das Scheckbuch, mit Anleitung auf der Innenseite der Packung.
Anders als der geschätzte Sammlerkollege Bölter ausführt und die Anleitung angibt (".. placing pen or pencil in proper numeral holes ...") , wurde dieses Gerät mit Stift geliefert - mit rechteckigem Querschnitt und in der selben Farbe wie die Addierscheiben (siehe erstes Foto).

Link: Checkbook Balancer (Bölter)

Dial-A-Matic Adding Machine

hergestellt von Sterling - Plastics Company Union, Mountainside, N.J., USA

produziert ab 1954 bis in die 1970er 

6x6 Stellen; 28x7,5x3 cm ohne, 35x11x4,5 cm und 250 gr. mit OVP

Mit Aufdruck "© 1963", was sich wohl auf den Packungstext bezieht, d.h. Baujahr dieses Geräts um 1963; Preis: 3,95 US$

Mit direkter Subtraktion und Zuglöschung; mit original Stift und in OVP mit aufgedruckter Kurzanleitung. Mit Modell "No. 568" gekennzeichnet.

Die Fa. Sterling hat folgende Modelle angeboten:

- No. 565: 4 stellig, flach (s. Austin Grade Calculator und s.u. see-"calculator")

- No. 566: 4 stellig mit Pencil Box (s.o.)

- No. 567: 5 stellig auf Sockel

- No. 568: 6 stellig mit Sockel (dieses Modell)

Zur ausgefeilten Technik siehe Bölter (Link).

Link: Dial-A-Matic (Bölter), Patent

Kes-Add Pocket Adder

hergestellt von The Hart Vance Company, St. Louis, Mo., USA

produziert um 1950 (Patent-Nr. 2450668 von 1948, dort aber etwas andere Ausführung mit Löscheinrichtung; "Pats. Pending" und o.g. Pat.Nr. auf Unterseite)

4 Stellen; mit Box/Stift/Anleit.: 13,5x4,7x1,5 cm; 54 gr.;
ohne Box: 12,5x3,4x1,1 cm; 34 gr.

Mit direkter Subtraktion, ohne Löscheinrichtung. Mit Stift, Anleitung und OVP. Der Name Kes-Add basiert auf Elmer G. Kesling, der das Patent 1944 einreichte. 

Link: Kes-Add (Bölter)

Literatur: Russo S.74

Pascal-Type Calculator

hergestellt von Burt Harrison & Co., Weston, Mass., USA

produziert um/ab 1982 (copyright 1968-1982)

4 Stellen; 20x6,2x0,8 cm; 62 gr.

Mit direkter Subtraktion, ohne Löscheinrichtung; mit Stift und 2-seitiger Originalanleitung.

Baugleicher Nachfolger des see-"calculator" (s.u.) und wie dieser sehr gesuchter Scheibenrechner, da durchsichtiges Plastikgehäuse und somit 10er-Übertragungs-Mechanismus sichtbar. Der Rechner ist mit der Sterling No. 565 gekennzeichnet (s.o. Dial-A-Matic Adding Machine). Also alles identisch wie beim see-"calculator" (s.u.), bis auf die Bezeichnung und Herstellerangabe.

Obwohl auf der Rückseite Sterling No. 565 eingepägt ist, wird auf der Anleitung manufactured and distributed by Burt Harrison & Co. angegeben. Möglicherweise hat diese Firma nicht nur das Patent, sondern auch die Spritzguss-Formen übernommen.

In der Anleitung wird erläutert, warum der Rechner so heißt: "... Blaise Pascal's box was the first calculator that could do exchange automatically. Burt's Pascal-type, transparent calculator is a modern version of Pacsal's 17th century adder. You might say that ... you have a modern working model of the world's first computer." Da irrt Burt natürlich bzw. er kannte wohl Schickard-Rechenmaschine nicht!

'rithmatic Expert

hergestellt von/für 'RITHMATIC, Downey, Cal., USA

produziert um/ab 1971 (US Patent 3696995 eingereicht 09.1971)

6 Stellen; 16,4x6,6x0,6 cm; x gr.

Mit Subtraktion auf Rückseite (versetzte Scheiben, siehe Abb. 5 aus dem Patent), ohne Löscheinrichtung (einfach auf der Subtraktions-Seite die Ziffer anwählen, die im Ergebnis angezeigt wird, und auf 0 drehen); ohne Stift (gemäß Anleitung soll man Bleistift oder Kuli benutzen). In Pappschuber mit aufgedruckter Kurzanleitung:

Pefect for today's growing need to know the right numbers!

see-"calculator"

hergestellt für see - selectice educational equipment inc. von Sterling - Plastics Company Union, Mountainside, N.J., USA

produziert um/ab 1968 (copyright)

4 Stellen; 20x6,2x0,8 cm; 64 gr.

Mit direkter Subtraktion, ohne Löscheinrichtung; mit Stift.

Sehr gesuchter Scheibenrechner, da durchsichtiges Plastikgehäuse und somit 10er-Übertragungs-Mechanismus sichtbar. 

Der Rechner ist mit der No. 565 gekennzeichnet (s.o. Dial-A-Matic Adding Machine). Das calculator im Namen steht zwar in Anführungszeichen, man kann aber trotzdem sehr gut mit ihm rechnen.

3 Dials Adding and Subtracting Machine

Hergestellt in Hong Kong

um 1960 (der angetackerte Gutschein des Toy Shops ist bis 31.12.1961 gültig)

13x5,4x2,2 cm; 36 gr.

Mit direkter Subtraktion und Zuglöschung; mit Original-Stift in OVP; Anleitung auf deren Rückseite. 

Offenbar als Spielzeug verkauft, viel kompakter und weit weniger robust als die obigen Scheibenaddierer.