Logarithmische Rechentafeln

... Bedarf an höherer Genauigkeit bzw. Skalenlängen, aufgeteilt in Abschnitte auf Tafeln ... vglb. Rechenwalze ...

 

Logarithmische Rechentafeln gab es bspw. von

- Pressler (im Ingenieur-Messknecht, 1852, s.u.)

- Scherer (logarithm.-graph. Rechentafel, 1870/1891, s.u.)

- Julius Billeter (Rechentafel, ab 1879)

- Colyer (Calculigraph – The Colyer-Noyer Slide Rule, 1885)

- Loewe (Rechenscalen, 1893)

- Schneider (Multiplex, 1909)

- Illgen (Rechentafel, 1910)

- Gilson (Pocket Slide Rule, 1915)

- Jelinek (Logaritmal, 1943)

- Kienbaum (Skalog, 1946, s.u.)

 

Vgl. auch Dr. Grünert's Pythagoras-Rechentafel.

 

Lit.: "Grafische Logarithmentafeln" von Peter Holland im Buch "300 Jahre logarithmisches Rechnen in deutschen Landen", Hrsg. Ina Prinz

"The 'REKA Rechenapparat' and other Logarithmic Calculating Tablets" von v. Poelje

 

Pressler's Ingenieur-Messknecht

Allgemeine Schulausgabe

... 5. Auflage, 1876 ...

Scherer's logarithmisch-graphische Rechentafel

entworfen von Scherer, Steuerrath in Cassel; gedruckt bei Armann&Pillmeier, Cassel

produziert ab 1891 (verbesserte, wenn auch konstruktiv einfachere Version des Modells von 1870)

33,5x22 cm (Mappe); 33x21 cm (Grundplatte); 18x12 cm (Schieber)

0,58 kg komplett; 0,41 kg nur Grundplatte

Skalenlänge 1,5 m - entspricht bzgl. der Genauigkeit einem 3 m langen Rechenschieber; Skala und Anwendung vglb. zu Rechenwalzen. Gedacht zum Outdoor-Einsatz durch Landvermesser.

Die logarithm. Rechentafel befindet sich in einer Mappe, die auf einer Innenseite eine Wurzel-, auf der anderen eine Quadrat-Tafel enthält. Die Verbesserung gegenüber dem 1870er Modell besteht darin, dass die Grundtafel auf einem Eisenblech statt auf Holz aufgezogen ist und sich dadurch nicht mehr bei Feuchtigkeit verziehen kann.

Sehr selten erhalten sind Exemplare wie dieses zusammen mit Mappe und Schieber aus Glimmer (Glimmer ist ein Schichtsilikat, das als billiger Glasersatz verwendet wurde).

 

Literatur: 
- Zeitschrift für Vermessungswesen, 1892 S. 153ff+625ff und 1893 S. 54ff (ausführliche Beschreibungen mit Detailgrafiken)

Skalog - Skalen-Schnellrechner System Kienbaum

Entwurf, Verlag und Vertrieb: Dipl.-Ing. Kienbaum, Gummersbach

produziert um 1946

22,5x15 cm (Heft), 12 Seiten plus Umschlag

Davon 4 Seiten mit der logarithm. Tafel mit 60 Abschnitten à 18 cm entspr. 10,8 m Skalenlänge; weitere 4 Seiten mit Log sin und Log cos Tabelle sowie 4 Seiten Anleitung mit Beispielen.

Die logarithm. Skalen enthalten oben die natürlichen Zahlen und unten die entspr. Mantissen der Briggschen Logarithmen.

Ähnlich zu den Rechenscalen von Loewe von 1891 (Anleitung); diese zusätzlich mit Winkel-Skalen.

In der direkten Nachkriegszeit musste man offenbar wegen Material-mangels auf diese einfache Ausführung einer gedruckten Rechentafel ausweichen.