Spezielle Rechenhilfen

Hier sind einfache, aber ungewöhnliche Rechenhilfen aufgeführt, die ohne (aufwändige) Mechanik beim Lösen von Rechenaufgaben oder mathem. Problemen helfen.

 

Auto-Calcul ROULOIS

entwickelt und hergestellt von G. & F. Roulois, Paris, F

26x7,5x2,5 cm (Box); 216/292 gr. (ohne/mit Box); die einzelnen Pappstreifen sind 22 bis 25,5 cm lang und 1,2 cm breit

produziert ca. 1924; verkauft für 60 Francs

In Pappbox, mit ausführlicher Anleitung und Zusatztabelle für Quadrate und Kuben. 

"fait l'office d'une machine à calculer et remplace tous les barèmes" (dient als Rechenmaschine und ersetzt alle Rechentabellen).

100 Rechenstreifen mit im Vgl. zu den Napier-Rechenstäben erweitertem Wertebereich bis 99, ohne direkte optische Unterstützung beim Zehnerübertrag. Eine sechsstellige Zahl kann dann mit 3 statt wie bei Napier mit 6 Streifen multipliziert werden. Die roten Ziffern müssen zur nächsthöheren Doppelstelle addiert werden. Offenbar sehr selten.

Der Auto-Calcul ROULOIS basiert auf den Rechenstäben Calculateur Automatique Universel von Pruvost-Le Guay (Paris) von 1890 (s. letzte Abb.).

Aus 1910-1940 gab es von Francis et Georges Roulois einige juristische Fachbücher - es ist unklar, ob es sich um die selben Personen handelt.

Lit.: Rechenverfahren und Varianten historischer Multipliziergeräte von Stephan Weiss, 2007; S. 27f

Mit Nr. Lk 1924-1 auch im Brunsviga Rechenmaschinen-Museum Katalog enthalten. Ebenfalls per Anzeige im Verkaufskatalog Vendre -"tout ce qui concerne la vente et la publicité", n° 13, 1924 (s.o. vorletzte Abb.).

Rechenstäbe zur Division nach Genaille-Lucas

"Réglettes Multisectrices" von Henri Genaille und Edouard Lucas (Nachbau und Geschenk eines netten Sammlerkollegen)

vertrieben im Original ab ca. 1885 durch Librairie Eugène Belin, Paris, F

19x29x3 cm (Stab: 26,5x1,5x1,5 cm); 775 g; mit Kurzanleitung

Ähnliches Prinzip wie bei den Napier-Stäben, d.h. die Stäbe enthalten die Ergebnisse der Division. Die Stäbe kombiniert man so nebeneinander, dass die Kopfzeile den Dividenden ergibt. In der Spalte des Divisors beginnt man links bei der obersten Ziffer, folgt der Linie und erhält so sofort das Ergebnis der Division und ggf. einen Rest.

Es gab auch eine Version zum Multiplizieren (Réglettes Multiplicatrices) und eine für Finanzrechnungen (Réglettes Financières).

Die Genaille-Lucas-Stäbe haben beim Gebrauch eine gewisse Ähnlichkeit zu den Napier-Rechenstäben.

Literatur-Link: Die Dividierstäbe und die Finanzrechenstäbe von Genaille und Lucas von Stephan Weiss 

Regolo della Divisibilita

Teilbarkeitsrechenschieber

herausgegeben von Edizioni Badalamenti, Bergamo, Italien

(entwickelt von Gaetano Roberto Badalamenti)

hergestellt (Schieber) von Litiplasto, Cinisello, Mailand, Italien

16x5,4x0,2 cm (Rechner); 12 gr. (ohne Etui) 

produziert um 1960; Patent z.B. AT211582 "Rechenschieber zur Ermittlung der Teilbarkeit und Teilung in Faktoren von Zahlen" von 1958/60.

In rotem Plastiketui mit Anleitung; Etui beschrieben in engl.,  frz., dt.+ital.

In der Anleitung wird der Rechner Regolo Badalamenti bezeichnet.

Man kann für Zahlen bis 3199 ablesen, durch welche Zahlen diese teilbar sind (Zerlegung in Primzahlen). Für 645 ergibt sich bspw. teilbar durch 3, 5 und 43; für 1567, dass Primzahl. Etwas knifflig beim Einstellen und Ablesen.

Den gleichen Rechner gibt es auch heute noch als SCOMPOSIT in gleicher Größe und zum Vorführen in der Schulklasse in der Größe 98x33 cm.

Tavola Numerica Addizionatrice del Ricciardi

herausgegeben/entwickelt von Dott. Carlo Ricciardi, Rom, Italien

23,5x35 cm; 278 gr. 

Das angegeben Patent IT232117, wozu ich ansonsten nichts habe finden können, stammt etwa aus Mitte der 1920er.

Wie es heißt, kann mit dieser Rechenhilfe die Geschwindigkeit von Addiermaschinen erreicht werden: si possono raggiungere in velocità le machine addizionatrice. Die Anwendung ist in der Tat verblüffend schnell und einfach, und dann eine große Hilfe, wenn man Probleme mit dem Addieren im Kopf hat - verrechnen ist kaum möglich.