Spezielle Anwendungsgebiete - Holz-/Forstwirtschaft

CUBUS - Rundholzrechenapparat

38x7x6,5 cm; 0,62 kg

Offenbar unbenutzt; in OVP-Pappbox.

Mit Zusatztabelle für "außergewöhnliche Dimensionen" (70-100 cm Durchmesser) und aufgedruckter Kurzanleitung. 

Weitere Beschreibung siehe bei KUBI:

KUBI - Rundholzrechenapparat

Es gab die Vorversionen Cubo für Bretter und Kanthölzer sowie Cubus für Rundhölzer, produziert in den 1920ern (1927 D.R.G.M. 944280) von Holzhändler Edmund Schneider, München (s.o.); um/vor 1908 gab es bereits einen Cubus-Rechenapparat, konstruiert von Eduard Schneider (s.u.) und in den 1910ern vertrieben von Edmunds Vater, Friedrich Schneider, der eine Reihe weiterer Rechengeräte im Angebot hatte (siehe Anzeige von 1912)

Die hier gezeigte Version ist offensichtlich deutlich jünger

43,7x6,5x7 cm; 0,51 kg; Preis (1915): 9 Mark

mit aufgedruckter Anleitung (dort Schreibweise Cubi)

keine Angaben zum Hersteller; evtl. hergestellt von M. Niedermeier, Straubing in den 1960ern (s.u. Kubikant)

Rechenwalze zur Anzeige des Volumens in m³ von Rundhölzern der Länge 0,5 bis 30 m und Durchmessern von 10 bis 70 cm, zzgl. Hilfstafel für Durchmesser von 70 bis 100 cm. 

 

Hermann Stoetzer schreibt 1908 in Die Forsteinrichtung: Ein Lehr- und Handbuch (S. 86): 

"Die Kubiktabelle wird in ganz praktischer Weise durch den Rundholz-rechenapparat Cubus ersetzt, welcher von Eduard Schneider in München konstruiert und in den Handel gebracht worden ist. Derselbe besteht aus einer, um eine Längsachse drehbaren Walze, welche die Kubikinhalte in Kubikmetern und 2 Dezimalen für die verschiedenen Durchmesserstufen angibt, wobei die betreffende Länge am Rand einer die Walze einschliessenden Hülse aufgesucht und danach die Walze gedreht wird. Dieser Apparat erspart das Umblättern in der Kubiktabelle und verlangt dafür ein einfachen Drehen der Walze, welches sehr rasch vonstatten geht."

Offenbar wurde im Text der Name Eduard mit Edmund verwechselt; dann hat Friedrich Schneider die von seinem Sohn Edmund entwickelten Rechenhilfen bis etwa 1920 vertrieben, in den 1920ern dann Edmund selbst (gestorben 1929). Auf dessen Cubus ist neben Edmund Schneider als Hersteller noch DRGM 944280 und copyright 1927 by Th. Blechinger, München, angegeben.

 

Im Lehrbuch der Holzmesskunde von Udo Müller, 1915, heißt es auf S. 92f: Der Rundholzrechenapparat Kubus von Edmund Schneider soll das Aufsuchen in der Kubiktabelle ersparen bzw. erleichtern. ... Bei der Anwendung wird durch Drehen der Walze die gemessene Stammlänge auf den Schlitz eingestellt und der Inhalt über der Durchmesserziffer auf dem Zylindermantel abgelesen. Ohne Zweifel erleichtert das Instrument das die Augen stark anstrengende Aufsuchen in einer Tabelle und darf bestens empfohlen werden.

 

Edmund und Friedrich Schneider haben auch die Rechenwalzen Zeus, Reciloga, Primus und Miraloga (Walze 61 cm lang, 12,3 cm Durchm.) hergestellt, offenbar nur in kleiner Stückzahl, sowie in Buch-/Tabellen-form Multiplex - ein Hilfsbuch für das gesamte kaufmännische und technische Kopf-, Hand- und Maschinen-Rechenwesen (enthält eine logarithm Rechentafel), den "NUMA"-Rechner und den "NUMA"-Milliardär - ein Rechenwerk für die Multiplikation und Division kleinster und größter Zahlen (Patent DE344774 vom 16.11.1920) herausgegeben. 

 

Links: Daten zu Edmund Schneider

Liste aller angebotenen Rechengeräte (1912)

Kubikant - Bretter- und Kantholzrechenapparat

hergestellt von M. Niedermeier, Straubing

produziert 1960er (wg. 1962 eingeführter PLZ)

Nachfolger des Cubo; weitere Infos s.o.

Die Fotos zum Kubikant stammen mit freundlicher Genehmigung von 
Kurt Günter Heid, Autor von Büchern und Sammler von Werkzeugen zu historischem Holzhandwerk.

Tachytaxator von Holan

hergestellt/konstruiert von Justus Emanuel Holan, Kamenitz a. L.*, Österreich/Tschechoslowakei

Geräte-Ø: 30,5 cm; Kiste: 34,5x24,5x13 cm; 4,5 kg (inkl. Box)

produziert evtl. bereits ab ca. 1902/04 bis mind. um 1920; dieses Expl. nach 1918, da erst dann die Tschechoslowakei gegründet wurde.

Das Patent AT17548 "Apparat zum Anzeigen und selbsttätigen Addieren des kubischen Inhaltes von Holz"; eingereicht am 20.01.1902, erteilt zum 01.05.1904, betrifft aber offenbar nur eine einfachere (frühere?) Ausführung, evtl. den in der Anleitung (s. letzte Abb.) mit genannten Tachykubator.

Mittels der wechselbaren Scheiben/Karten (s. Abb. 3+5) können verschiedene Baumarten betrachtet werden, bspw. die Waldkiefer pinus sylvestris oder die Weißtanne abies pectinata (i.e. abies alba).

 

Im Lehrbuch der Holzmesskunde von Udo Müller, 1915, heißt es auf S. 93: 
Komplizierter ist der Tachytaxator des Oberförsters Holan in Kamenitz a. L.*, Österreich, der aus einer drehbaren Scheibe besteht, auf der die Durchmesser in konzentrischen Kreisen aufgezeichnet sind, während ein radial verlaufendes Lineal die Höhenbezeichnungen trägt. Bringt man nun durch Drehen der Scheibe die gemessen Höhe und den Durchmesser zur Deckung, so ist in Folge einer sinnreichen Orientierung der Durchmesserzahlen hierzu eine Drehung der Scheibe notwendig, welche dem resultierenden Inhalte entspricht, so daß dieser an Ihrer Peripherie an geeigneter Stelle abgelesen werden kann. Eine Registriereinrichtung summiert gleichzeitig diese Inhalte.

(*: Kamenitz an der Linde, ab 1918 Kamenice nad Lipou in der dann neu gegründeten Tschechoslowakei, heute Tschechien)

 

Link: Vortrag "Wie misst man einen Baum", Rudowski 2011