Rechenschieber

[Bild folgt mit ] Größenvergleich: 

von Krawattenclip (4,1 cm, funktionsfähig, mit Lupe) über Sun Hemmi 32 with magnifier (12 cm) bis Aristo-Junior 301 (2 m)...

 

Literatur: 

Werk Geroldsgrün und der Rechenstab - Überblick über die Rechenschieberfertigung bei Faber-Castel

- Rechenschieber - A.W. Faber von Peter Holland, 2009

sowie die Lit.Hinweise und Links unter Rechenschieber&Co.

- Downloads/Links zu einigen Rechenschieber-Anleitungen 

Downloads/Links zum "ABC des Stabrechnens" von Faber-Castell

 

Aristo-Junior 301

Bilder folgen

 

hergestellt von Aristo-Werke - Dennert&Pape KG, Hamburg

ca. 200x36,7x2 cm (ohne Läufer); x kg

produziert um 1970

Skalen: DF,CF,CIF,CI,C,D,A,K; keine Skala auf der Schieber-Rückseite; Skalenlängen 162 cm (DF,CF) und 150 cm (restl. Skalen)

Aus PVC mit Pflegeanleitung auf der Rückseite.

Die Fa. wurde 1862 gegründet, begann 1872 mit der Rechenschieber-Fertigung und bestand bis 1979. Ab 1934 Produktion von mit ARISTO bezeichneten PVC-Polymer-Rechenschiebern; nach dem 2. Weltkrieg Umbenennung der Fa. Dennert&Pape in Aristo-Werke.

Bei diesem Modell handelt es sich um einen riesigen Rechenschieber, mit dem man den Schülern in den 1960/70ern das Rechnen mit dem Rechenschieber beizubringen versuchte. Solches Lehr-Material (auch Projektions-Rechenschieber) wurden ARISTO-Junior bezeichnet; ARISTO-Scholar hießen die für die Schüler.

Von Aristo gab es eine ganze Reihe an Demonstrations-Rechenstäben mit Nummern 301-308 und 368 und 370 (1950er: mit Nummern 2/150, 9/150 und 67/150). Desweiteren auch Projektions-Rechenstäbe für den Overhead-Projektor (die älteren von uns werden sich noch erinnern) mit Nummern 101-108 sowie 168-170 und sogar Dia-Rechenstäbe mit Nummern 201,203,206,208 (Stand 1972).

Literatur: Aristo 1862-1962 - 100 Jahre Dennert Pape - Aristo Werke

 

Aristo Rechenstab-Wähler 1962 (ausführliches Produkprogramm):

IWA - Iwaflex 1640

hergestellt von IWA - Rechenschieberfabrik F. Riehle GmbH, Esslingen

15,5x4 cm (ohne Läufer); Skalenlänge 12,5 cm; ca. 30 gr.

produziert 19xx; in Kunstleretui mit Anleitung

Skalen: L, CF=DF, CI, C=D, A, K, sin, tan; keine Skala auf der Schieber-Rückseite

Kleiner Standard-Rechenschieber mit folgender Besonderheit gemäß Anleitung: Der IWAFLEX 1640 besteht aus dem klimabeständigen und hochflexiblen Kunststoff Astralon (PVC-Sorte, in den 1930ern von der Firma Dynamit-Nobel AG als Astralon auf den Markt gebracht) ... mit einer stets gleichbleibenden Genauigkeit und Unzerbrechlichkeit.

Link: lange Liste mit IWA-Rechengeräten

IWA wurde 1920 als Ingenieurbüro für wirtschaftliches Arbeiten gegründet, und nannte sich dann ab 1971 IWA Informationsmittel, Werbeträger, Arbeitshilfen. Es gibt unzählige Rechenschieber und -scheiben-Varianten mit/ohne Werbeaufdruck und für die verschiedensten Anwendungsfelder.

Die Firma IWA bietet weiterhin Datenschieber und -scheiben in vielen Varianten und für viele Spezialgebiete an; mittlerweile natürlich auch für den PC-Screen bzw. als App. Unter www.iwa.de -> Unternehmen -> Geschichte ist kurz die Unternehmensgeschichte aufgeführt.

Loga - Double règle à calculer (Doppel-Rechenschieber)

hergestellt von Loga, Uster bei Zürich, Schweiz

17x4,2x0,4 cm; Skalenlänge 15 cm; 26 gr. (ohne Schuber)

produziert um 1920, Patente CH71475 von 1916 und CH77126 von 1918.

Bedruckte Pappe mit Metallkanten, dadurch sehr stabil; Vorder- und Rückseite mit jeweils eigener Zunge (deshalb Doppel-Rechenschieber genannt); in Pappschuber.

Die Fa. Loga ist besonders bekannt für ihre Rechenwalzen und später auch ihre Rechenscheiben. Der Loga Rechenschieber dagegen ist ziemlich selten. Mit Werbung für den Loga Calculator (Rechenwalze) auf der Zungenunterseite: .. der vollkommenste Rechenschieber in Zylinderform: 2-3 Stellen genauer als gewöhnliche Rechenschieber.

Infos zur Firma Daemen-Schmid bzw. Loga siehe bei Rechenwalzen.

Nestler Holz

hergestellt von Albert Nestler A.-G., Lahr i. B. (im Baden)

27,5x2,5x0,7 cm (ohne Läufer); 37 gr. (ohne Etui)

produziert nach 1950 (?, s.u.)

Skalen: A, B, C, D (ohne Bez.); keine Skala auf der Schieber-Rückseite

Skalenlänge 25 cm; im Pappschuber

Die Fa. wurde 1878 gegründet (Schließung 1994) und gehört neben Dennert&Pape (später Aristo), Faber-Castell und später auch IWA zu den bekanntesten bzw. erfolgreichsten dt. Rechenschieber-Produzenten. Dieses einfache Grundmodell (evtl. Nr.1a?) wurde bereits von Anfang an gefertigt; es sind noch nicht die Skalen-Bezeichnungen aufgeprägt und es hat einen rechteckigen Körper, was auf ein frühes Modell hinweist. Wegen des hervorragenden Zustands und des Kunststoff-Läufers, der nach Jezierski so erst 1952 auf den Markt kam, aber wohl neueren Datums (oder Läufer wurde ersetzt).

Link: Nestler - der logarithm. Rechenschieber und sein Gebrauch (116 S.)

Seehase Leichtbau-Patent Rechenschieber 125mm

hergestellt von Dr. Seehase-Leichtbau, Berlin

14,3x2,7x0,3 cm, nur 10 gr. leicht!

produziert 1920/30er 

Skalen: A, B, C, D (ohne Bez.); keine Skala auf der Schieber-Rückseite (dort Werbung)

Skalenlänge 12,5 cm; aus Pappe in "biegsamer Zellglashülle"

Sehr leichter, einfach konstruierter Rechenschieber - typisch für den Leichtbau-Konstrukteur Dr. Ing. Hans Seehase: über 200 Patente, davon einige zu Rechenschiebern in den 1920/30ern. Es gab auch Rechenschieber mit 20 und 6,25 cm Skalenlänge. Seehase entwickelte auch einen sehr kompakten Leichtbau-Zahlenschieber.

Firmenlogo: Hase über Wellen - Seehase eben.

Dr. Seehase ist besser bekannt für seine Fluggeräte-Entwicklung und sein zerlegbares Motorrad "Leichtbau". 

Lit.: "Der Erfinder Hans Seehase und seine Rechenschieber" von Dr. Klaus Kühn, 2. Greifswalder Symposium 2003

Link: Anleitung Leichtbau-Patent Rechenschieber

Sun Hemmi 32 (mit Lupe)

hergestellt von Hemmi Seisakusho Co. Ltd., Tokyo, Japan

12x2,1x0,55 cm (ohne Lupenglas); 18 gr. (ohne Etui)

produziert um 19xx

Skalen: A, B, C1, C, S, L, T, D und Lineal bis 4 inch.

Die Fa. wurde 1895 gegründet, in dem ein aus den USA mitgebrachter Rechenschieber System Mannheim kopiert wurde, wuchs stetig und produzierte in den 1960ern jährlich rund 1 Mio. Rechenschieber - häufig mit Bambuskern (wie auch bei diesem Modell) und Zelluloidauflage.

Nur 10 cm Skalenlänge! Die Lupe ist schon sehr hilfreich. Auch beim Sun Hemmi 32 handelt es sich um ein System Mannheim Rechenschieber. In braunem Lederetui mit Prägung HEMMI und SUN.

Sun Hemmi's Bamboo Slide Rule No.81?                           mit Dezimalzeiger

hergestellt von Hemmi Seisakusho Co. Ltd., Tokyo, Japan

29,5x4,0x1,1 cm (ohne Läufer); 106 gr. (je ohne Pappschuber)

produziert um 19xx; Läufer mit Patent 58115 (1912)

zur Fa. s.o.

Standardrechenschieber mit Läufer (mit Dezimal-/Stellenzeiger) in Pappschuber mit Handhabungs- und Pflegehinweisen.

Tecnostyl - Il Regolo Mignon

hergestellt von Tecnostyl, Milano, Italien

11,6x2,7 cm (Skalenlänge 10,5 cm); 6 gr. (ohne Etui)

produziert 1960er; Preis: 500 Lire (1964)

Nur eine log. Skala ohne Läufer mit Lineal bis 10 cm und 4 inch; mit (riesiger) Anleitung, in Plastiketui. Simpler geht's nicht, aber ein echter logarithm. Rechenschieber zur Multiplikation und Division.

Tecnostyl war ein ital. Hersteller von Rechenschiebern und -scheiben (s. z.B. rechnerlexikonrekeninstrumenten.nl oder sliderulemuseum

Wichmann Nr. 431 (Pappe)

hergestellt von/für Gebr. Wichmann, Berlin

28,2x3,7 cm (Skalenlänge 25cm); x gr.

Standardskalen: A, B, C, D; aus Pappe mit altem, zweiseitigem "Nasenläufer".

Solche Nasenläufer wurden bereits 1850 (einseitig) bzw. 1872 (zweiseitig) eingeführt und ab 1882 durch Läufer mit Fenster und Linie ersetzt.

Dieser einfache und preisgünstige Schulrechenschieber wurde mit veraltetem Nasenläufer aber noch bis mindestens in den 1920ern von Wichmann vertrieben: siehe Wichmann Prospekt mit Nr. 466 (15 cm; Nasenläufer; 0,95 Mark) und Nr. 431 (28 cm; hier bereits mit Zelluloidläufer; 1,45 Mark).

Wichmann war Händler für Bürobedarf und vertrieb u.a. Rechenschieber aus Holz und Pappe und Rechenuhren - mit Bezeichnung Gebr. Wichmann und eigenen Modell-Nummern. Die Fa. Wichmann existiert immer noch in Berlin (Ihr Fachhändler seit 1873). 

Zimmermanns-Rechenschieber 19. Jhdt.

hergestellt von n.n. (aus Land mit inch)

produziert im 19. Jhdt.

Länge: ausgeklappt 24 inch (ca. 61 cm)

Typisches Zimmermanns Lineal aus dem 19. Jhdt., bestehend aus 2 per Messing-Scharnier verbundenen Teilen, mit integriertem logarithm. Rechenschieber (s. Abb. 3: 3x2=6, 3x3=9).

Hersteller-Name nirgends erkennbar; offenbar Billigprodukt, jedenfalls sind die Ziffern wenig exakt positioniert.

Weitere Rechenschieber in Kombination mit einem Zahlenschieber (Addiator) oder elektr. Taschenrechner werden bei den Kombinationsgeräten vorgestellt.