Sonstige Sprossenradmaschinen aus Deutschland

Berolina 13

hergestellt von Ernst Schuster, Berlin

produziert von 1901 bis 1927

9x8x13 Stellen; 33,x19x12 cm; x kg

Seriennummer 1115; Baujahr um 1920; Preis 1925: 400 RM

Die Berolina basiert auf Patenten von Christel Hamann, dem kongenialen Entwickler von Proportionalhebel- und Schaltklinkensystem und Maschinen wie Gauss, Hamann Manus und Mercedes Euklid, und Ernst Schuster (s.u.). Sie war - nach Brunsviga und Monopol-Duplex - erst die 3. Sprossenrad-maschine aus D. Von Berolina gab es die erste Sprossenradmaschine mit doppeltem Resultat- und Umdrehungszählwerk, die Duplicator.

Womöglich wurden in den ersten Jahren die Berolina-Maschinen in Hamanns Firma, und nicht von Schuster gefertigt. Erst nach dem 1. Weltkrieg wurden die Maschinen verbessert und bekamen Sperreinrichtungen, auch gegen das Überschleudern. Eine Besonderheit bei den Berolina-Maschinen ist der Schlittentransport via Kurbel; mit der rechten kleinen Kurbel lassen sich Resultat- und Umdrehungszählwerk löschen. 

Ernst Schuster war anfangs Generalvertreter für Brunsviga (siehe Brunsviga B Schuster), und gründete dann mit Berolina die 3. Sprossenrad-Rechenmaschinenfabrik in D. Obwohl er den Markt sehr gut kannte, blieb der Erfolg seiner Firma aus. Berolina-Maschinen sind nur sehr selten anzutreffen; sie wurden auch unter der Bezeichnung Svecia (in Schweden) und Bis vetrieben.

Das Berolina-Logo zeigt die allbekannte Pythagoras-Formel a²+b²=c² (hier 3²+4²=5² bzw. 9+16=25).

Literatur: IllOrgaHB 222; Martin 138f; Reese 53f; HBw Nr.84 (dort Liste der Patente)

ORGA

hergestellt von Bing-Werke A.G., Nürnberg (bekannt für Blechspielzeug und Teddybären)

vertrieben durch Orga A.G., Berlin (bekannt für Schreibmaschinen)

um die 2.000 Stück produziert von 1921 bis etwa 1926

9x8x13 Stellen; 30x21x10 cm, 9 kg

Seriennummer: 1914

Neben ihrer Vorläuferin TEETZMANN ist die ORGA eine der ganz wenigen Sprossenradmaschinen mit Einstellschiebern: dadurch deutlich erhöhter Komfort bei der Eingabe. Wegen der geringen Produktionszahl und besonderer Konstruktion und Optik ein sehr gefragtes Sammlerstück.

Links: www.boelters.de

Literatur: HB-Büro-Masch. S.178f; Martin S.343f

Rokli 7R

hergestellt von Robert Kling Wetzlar GmbH, Oberbiel Kr. Wetzlar

produziert Mitte 1950er

10x8x13 Stellen; 30x16,5x15 cm, 4,9 kg

Seriennummer: 021018; produziert Ende 1957

Preis (1955): 598 DM

Mit Rückübertragung, für Einhandbedienung ausgelegt.

Robert Kling sen. fertigte in seiner 1918 gegründeten Wetzlarer Werkstatt ab 1924 Rollen- und Kugellager sowie Wälzkörper, erweiterte den Betrieb ständig und zog 1935 nach Oberbiel um. Seine Söhne Robert Kling jun. und Walter Kling stiegen dann nach dem 2. WK - wegen des Verbots der Kugellagerfabrikation - in den Büromaschinenbau ein, indem er ab 1949 die Lipsia 11 nachbauen ließ. In den Folgejahren wurde sie dann zu den bekannten Modellen Rokli 6/16 mit 6x6x10 Stellen bzw. Rokli 7/17 mit 10x8x13 Stellen (-/R/RS) weiterentwickelt. Nach nur 10 Jahren und rund 12.500 produzierten Rechenmaschinen wurde bereits 1959 die Rechenmaschinenfertigung eingestellt, bis 1963 dann Schubert-Maschinen vertrieben.

Lit.: Reese S.95ff; "RKW Robert Kling Wetzlar GmbH" in Stätten Deutscher Arbeit 8, 1953 (siehe Scan rechts bei den Abb.)

Schubert ADM Teacher (Schubert CW)

Bilder folgen

 

hergestellt von Schubert & Co KG, Rastatt

baugleich mit Schubert CW, produziert ca. 1955-1972

6x6x11 Stellen; x cm; x kg

Seriennummer: CW153401; produziert Mitte 1960er

Standard-Sprossenradmaschine mit kleiner Kapazität, aber aus Rationalisierungsgründen dennoch im großen Gehäuse der D-Modelle; sie gab es auch mit Rückübertragung als ADM Teacher III (diese baugleich mit der Schubert CRV). In GB in Kooperation mit der Fa. A.D.M. Business Systems Ltd., London, als Rechenmaschine zur Nutzung in Schulen angeboten - offenbar nicht sehr erfolgreich.

Dazu gehörte dann natürlich auch ein entsprechendes Schulbuch, das 5-bändige Werk "School mathematics with the desk calculator" von W.D. Lewis, das 1966/67 erschien (insg. 210 S.). Es ging dabei nicht nur um das Erlernen der Elemente und Bedienung einer Rechenmaschine am Bsp. der ADM Teacher, sondern auch um das einiger mathematischer Formeln und Regeln.