Facit

Ab 1923 Sprossenrad-Maschinen mit klassischer Hebeleingabe ... ab 1932 die erste Sprossenradmaschine mit 10er-Tastatur (abgesehen von erfolglosen Konstruktionen wie die Summograph, 1925), ab 1959 mit 10er-Block-Tastatur ... oft kopiert

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Facit-Einhandbedienung
Facit-Einhandbedienung

Die aus heutiger Sicht etwas gewöhnungsbedürftige Reihenfolge der 10er-Tastatur 2-4-5-7-9 und 1-3-0-6-8 hatte gemäß Facit einen guten Grund: denn so konnte man mit der linken Hand "5-10 mal schneller als mit einer normalen Maschine rechnen".  Zuordnung der Ziffern zu den einzelnen Fingern der linken Hand siehe links (Werbung in Burghagens Zeitschrift für Bürobedarf Nr. 773, 1950).

1942 Übernahme von Odhner durch Facit bzw. AB Åtvidabergs Industrier. 1973 Übernahme durch AB Elektrolux und Einstellung der Produktion mechanischer Rechenmaschinen.

 

Literatur:

AB Åtvidabergs Industrier hat 1946 ein Büchlein mit dem Titel Der Ring des Bischofs herausgegeben (auch auf deutsch). Darin geht es auf nur 23 Seiten inkl. einiger Abbildungen um die Geschichte des Örtchens Åtvidaberg und wie aus seiner Kupferhütte später der Konzern AB Åtvidabergs Industrier hervorgegangen ist mit seinen Sparten Büromöbel, Facit-Rechen- und Halda-Schreibmaschinen, schließlich auch Original-Odhner Rechenmaschinen und sogar Landwirtschaftsmaschinen (vor allem Pflüge) aus Överum - und was das alles mit dem Ring des Bischoffs Hans Brask aus Linköpping zu tun hat.

2019 erschien der herrliche Bildband The FACIT model - Globalism, Localism & Identity, in dem neben einigen Texten vor allem Werbeanzeigen zu RM, SM und Büromöbeln ab den 1960ern abegbildet sind (rund 230 S.).

 

Links: 

- großartiger und umfangreicher Überblick über Facit (dt.)

- alle Modelle mit Produktionsjahr und Seriennummern (engl.) + (dt.)

- guter Überblick von John Wolff auf einer Seite (engl.)

Facit and the Displacement of Mechanical Calculators von Sandström, 2013

- Viele Infos zu Facit mit Fotos, Anleitungen, Werbeanzeigen etc. von Jaap.

- Literaturliste

 

Facit Standard

hergestellt von Facit, Åtvidaberg, Schweden

ca. 8000 Expl. produziert von 1924 bis 1930

9x10x15 Stellen; 31x17,5x15,5 cm; 7,1 kg

Seriennummer: 5140; Baujahr 1926

Noch für Sprossenradmaschinen typische Eingabe via Hebel. Zweites Facit-Modell mit besonderer Optik durch 5 Füße, großen Löschhebel, Dezimal-Tabulator, Drehknopf, ...

Literatur: HB-Büro-Masch. S.162; Martin S. 317f

Link: Beschreibung (engl.)

Facit TK (Dresden)

hergestellt von Rechenmaschinenfabrik Hans Sabielny, Dresden

9x8x13 Stellen; 31x18,5x14,5 cm; 6,1 kg

produziert Mitte/Ende 1930er

Seriennummer: 3903

Hans Sabielny vertrieb ab 1932 Facit-Maschinen und begann bald drarauf mit der Produktion des TK-Modells in Dresden. Die Seriennummerierung der Facit-Maschinen aus der Dresdner Vorkriegsproduktion (4-stellig) passt nicht zur Nummerierung der schwedischen Facit-Maschinen.

1951 gründete Sabielny in Düsseldorf die Facit GmbH, wo er die Modelle NTK, C1-13, CM2-16 und 1004 fertigte.

Beim Modell TK handelt es sich um eine verbesserte Version der Facit T - der ersten ab 1932 gefertigten Sprossenradmaschine mit Tastatureingabe - mit "gleitender Quotientenschaltung": zur Vorbereitung einer Division wird das Einstell- und Umdrehungszählwerk unabhängig voneinander in die linke Endposition befördert.

Facit NTK

hergestellt von Facit, Åtvidaberg, Schweden

produziert von 1954 bis 1957

9x8x13 Stellen; 31x20x15 cm; 6,1 kg

Seriennummer: 464348; Baujahr: 1955; Preis: 820 DM

Neue, etwas rundere Version der Facit TK.

Facit CM2-16

hergestellt von Facit, Åtvidaberg, Schweden

produziert von 1959 bis 1967

11x9x16 Stellen; 34x27x15,5 cm; 7,7 kg

Seriennummer: 1026487; Baujahr: 1962

Preise: 1960: 845 DM; 1962: 665 DM; 1966: 695 DM

Die erste Facit-Maschine mit 10er-Blocktastatur, wie wir sie heute von PC und Taschenrechner kennen; mit Doppel-Rückübertragung, deshalb ohne das Facit-typische geteilte Sprossenrad. Im Gegensatz zu Brunsviga 16T (die erste mit 10er-Blocktastatur), Olympia RT4 und Schubert E war die Facit CM2-16 mit über 100.000 Expl. ein voller Erfolg. Nachfolgemodell war die technisch gleiche Facit 1004 (s.u.).

Facit 1004

hergestellt von Facit, Düsseldorf, D

produziert von 1967* bis 1972 

11x9x16 Stellen; 34x29x15,5 cm; 7,6 kg

Seriennummer: 1875741; Baujahr: um 1968

Preise: 1968-72: 695 DM; 1973: 525 DM

Technisch identisches Nachfolgemodell der Facit CM2-16 (s.o.), aber in Kunststoffgehäuse mit ausziehbarem Tragegriff. Mit Original-Anleitung.

Standardfarbe war hellgrau - die hier sichtbare Gelbfärbung stammt wohl von zu viel Licht oder Tabakrauch. 

*In "Der Büromaschinen-Mechaniker" Heft 109 aus Nov. 1968 als Nachfolgerin der Facit CM2-16 vorgestellt.