Highlights Staffelwalzenmaschinen

Archimedes A Holzkasten

hergestellt von Glashütter Rechenmaschinen-Fabrik Archimedes, Reinh. Pöthig, Glashütte i.S.

produziert von 1906 bis 1913

6x7x12 Stellen; 47,3x20,3x12,8 cm; 9,1 kg (inkl. Holzkasten)

Seriennummer 326; Baujahr ca. 1910

Typische frühe Staffelwalzenmaschine im Holzkasten. Modell A ohne 10er-Übertrag im Umdrehungszählwerk (B mit). Mit 3 Löschhebeln für Einstell-, Resultat- und Umdrehungszählwerk.

Interner Link: Beschreibung von Modell C und Hinweise auf weitere Archimedes Modelle.

Links: "Rechenmaschinenfertigung in Glashütte"

Literatur: "Archimedes-Diehl" (2014) und "Archimedes" (2016), beide von Harald Schmid; Martin S. 191ff+389ff, Reese 19ff; HB-BüroMasch S.147f; IllOrgaHB S.216ff; Lenz S.50ff

Arithmomètre Payen

hergestellt von L. Payen, Paris, Frankreich

etwa 5.600 Stück produziert von 1820 bis 1915

6x7x12 Stellen; 46,5x18x10 cm; 6,4 kg (jeweils inkl. Kiste)

Seriennummer: 3102; Baujahr: 1897; Typ P3A

Erste serienmäßig hergestellte Rechenmaschine! Der erste Prototyp wurde 1820 von Charles Thomas entwickelt, weshalb Staffelwalzen-maschinen häufig auch Thomas-Maschinen genannt wurden.

Ab 1851 mit Kurbelantrieb und Wendegetriebe, dann auch Aufnahme der Serienproduktion, ab 1858 mit Umdrehungszählwerk und Löschvorrichtung, 1872 wurde das 1000. Exemplar produziert, ab 1878 Sicherungen gegen Überschleudern und an den Einstellschiebern, ab 1887 Fortführung der Produktion durch Louis Payen (ca. ab Seriennummer 2340).

Links: www.arithmometre.org

Literatur: "Die Thomas'sche Rechenmaschine" von Franz Reuleaux (1862); zugehörige Abb; Martin S.57ff.

Bunzel Delton No. 5 B

hergestellt von Bunzel-Delton-Werk Fabrik automatischer Schreib- und Rechenmaschinen, Wien

produziert von 1908-1915

9x9x16 Stellen; 59x19,5x15 cm; 10,7 kg

Seriennummer: 8256; Baujahr ca. 1913

Hugo Bunzel produzierte zuerst in Prag und Freiburg Füller-Federn (siehe letztes Bild und Lit.-Hinweis) und verkaufte ab ca. 1890 Burkhardt-Arithmometer unter seinem Namen. Ab etwa 1900 ließ er sich nur noch die Rechenwerke liefern und montierte sie in einer kleinen Werkstatt in Wien, ab 1905 bis 1915 verkaufte er die Maschinen unter dem Namen Bunzel-Delton, er entwickelte eine Zuglöschung (siehe 6. Photo), die von vielen anderen Produzenten in Lizenz übernommen wurde. Es wurden deutlich mehr Bunzel(-Delton)- als Burkhardt-Maschinen verkauft! 

Mit praktischer Kombi-Zuglöschung für Resultat- und Umrehungszählwerk; Drehhebellöschung für Einstellwerk wurde ausgebaut.

Schöne Jugendstil-Schrift; bei dieser Maschine eigenartige Kombination aus Messing für den Eingabebereich und silbergrauem Hammerschlaglack auf Gehäuse (dieses wohl nicht im Originalzustand).

Links: ...

Literatur: "Bunzel und Burkhardt - Eine verschwiegene Zusammenarbeit über 25 lange Jahre" von Reese und Anthes; Martin S.210f

Curta I

hergestellt von Contina, Vaduz, Lichtenstein

8x6x11 Stellen, 7x12 cm (Dose), 246 g (347 g mit Dose)

etwa 80.000 St. produziert von 1948-1970 (weitere 60.000 vom 11x8x15-stelligen Modell 2)

Seriennummer: 60960; Baujahr: 08.1965; Preis: 425 DM

komplett mit Kaufbeleg und Anleitungen

Die Curta ist die Spitze der Entwicklung der Staffelwalzentechnik: kompakt und zuverlässig, eine vollwertige 4-Spezies-Rechenmaschine. Die Einstellschieber sind zylindrisch um eine einzige zentrale Staffelwalze angeordnet.

Die Planungsarbeiten an der CURTA begann Curt Herzstark, der im väterlichen Betrieb bei der Produktion und Weiterentwicklung der AUSTRIA Rechenmaschinen mitwirkte, 1935 und vollendete sie im KZ Buchenwald. Nach dem Krieg konnte er Fürst Franz Josef II. von Liechtenstein von der Leistungsfähigkeit der CURTA überzeugen und als Investor gewinnen. 1948 begann die Serienproduktion in Liechtenstein.

Links: www.curta.de; www.rechenfreund.de; www.curta.org (engl.); Youtube-Videos "How the Curta works" (13 min.) und "Die Curta Montage" (32 min.). Wie man sich per 3D-Druck selber eine bauen kann, kann man auf Youtube sehen.

Literatur: "Neue konstruktive Wege im Rechenmaschinenbau" von Prof. Karl Holecek; "Kein Geschenk für den Führer - Schicksal eines begnadeten Erfinders" von Curt Herzstark; Beiträge im SPIEGEL und DER STANDARD.

MADAS

H.W. Egli stellte neben seiner berühmten Millionär-Maschine mit Multiplikationskörpern ab 1912 (Patente 1912/13 eingereicht) auch MADAS genannte Staffelwalzenmaschinen her. Der Name MADAS ist Programm: Multiplikation, automatische Division, Addition, Subtraktion. Besonderheiten sind zum einen die automatische Division, bei der man nur Dividend und Divisor einstellen und bis zum Glockenton kurbeln muss. Selbst der Schlittentransport erfolgt automatisch. Zum anderen braucht man zum Löschen von Resultat- und Umdrehungswerk oder Verschieben des Schlittens den Schlitten nicht anzuheben. Beste, schwere Schweizer Qualität mit hohem Anwendungskomfort.

Ab ca. 1912 bis um 1930 wurden Schiebermodelle, ab 1922 bis Ende der 1930er Tastenmodelle in jeweils den 5 Varianten 7x7x12, 9x7x12, 9x9x16, 11x9x16, 11x7x16 (engl. Währung) mit oder ohne Motor hergestellt. Ab 1931 folgten dann die kleinen Modelle der Serie Portable, ab 1935 die L Modelle.

Links: www.madas.ch; Rechnerlexikon; "MADAS-Rechenautomaten aus der Schweiz 1913-1968" von Martin Reese, 2010 

Literatur: Martin S.208ff+427ff

MADAS VII "Max"

hergestellt von MADAS H.W. Egli AG, Zürich, Schweiz

7x7x12 Stellen; 49x20x16,5 cm (ohne Deckel); x kg

produziert ab 1912 bis um 1930

Seriennummer 3997; Baujahr ca. 1917

(Start der MADAS Seriennummern etwa bei 3500, parallele Nummerierung mit der Millionär)

MADAS IX T "Malaga"

hergestellt von MADAS H.W. Egli AG, Zürich, Schweiz

9x9x16 Stellen; 50x20x17 cm (inkl. Deckel); 14,2 kg

produziert ab 1922 bis um 1930

Seriennummer 7442; Baujahr ca. 1923; Preis (1924): 500 US$

Saxonia Ser.4

Größe I, Modell "Fortuna"

hergestellt von den Vereinigten Glashütter Rechenmaschinen-Fabriken, Tachometer und Feinmechanische Werke, Glashütte in Sachsen (gegründet 1920 per Verschmelzung der Rechenmaschinenfabrik Arthur Burkhardt - erste dt. Rechenmaschinenfabrikation ab 1878 - mit der Glashütter Rechenmaschinenfabrik Saxonia, welche 1895 als Rechenmaschinenwerkstatt Saxonia gegründet wurde)

8x7x12 Stelle; 44,5x17,3x13 cm; x kg

produziert ca. 1910 bis 1922

Seriennummer 12094; Baujahr Anfang 1920er

Modellbezeichnung "Fortuna" Größe I gemäß Liste 5 der Vereinigten Glashütter Rechenmaschinen-Fabriken von ca. 1924, dort als "nicht mehr lieferbar!" und mit 13 Stellen im Resultatwerk angegeben (siehe letzte Abb. und unten Hinweis zum Eintrag in Martin).

Nachdem Saxonia bis 1910 klassische Staffelwalzen-Maschinen mit Schiebereinstellung in Holzkästen hergestellt hatte, folgte 1910 die Serie 4 mit Drehhebeleinstellung (Patente DE217048 von 1908 und AT42245 von 1910). Vorteil: staubdichtes Einstellwerk ohne Schlitze. Diese Maschinen gab es außer auf Gussgestell auch im klassischen Holzkasten und im Holzkasten mit Rollladen-Deckel (letztere bei Sammlern sehr gesucht).

Ab 1919 stellte Saxonia Maschinen mit Volltastatur her.

Auch nach der Verschmelzung beider Fabriken wurden weiter vers. Modellserien hergestellt; die Maschinen der jeweiligen Serie wurden mit dem alten Firmennamen beschriftet, hier also Glashütter Rechenmaschinenfabrik Saxonia.

Links: Saxonia Ser.4

Literatur: Martin S.133ff (Abb.98; bei der Tabelle darunter muss es heißen, "dieses Modell wurde auch in den folgenden 4 Größen geliefert", denn abgebildet ist ein 8x7x12-Modell, wie das hier gezeigte); IllOrgaHB S.228f

XxX Tasten

hergestellt von Seidel und Naumann, Dresden, ab 1919 von Presto Bureaumaschinen-Gesellschaft, Dresden

produziert von 1906 bis ca. 1930

9x8x13 Stellen, 55,5x34,5x22 cm (ohne Bodenbrett/Haube), 27 kg (!) 

Seriennummer: 2097, Baujahr: Ende der 1920er.

Eine der ersten und schönsten Rechenmaschinen, die nicht nur nach funktionalen Aspekten konstruiert wurde: gehalten in Chrom+Schwarz, spezielle Schriftart. Die schwerste und größte Staffelwalzenmaschine in meiner Sammlung. Recht selten. XxX steht für "X mal X".

Rechtes Bild: Die Kurbel dient wie üblich zum Multiplizieren, der große Hebel zum Addieren, wobei nach dem Hebelzug automatisch die auf der Tastatur eingestellten Werte gelöscht werden.

Links: www.mechrech.info

Literatur: IllOrgaHB S.291; Martin S.175ff

< Seite vorher                                             nächste Seite >