Graphische Rechenhilfen (Nomogramme)

Nach Willers (1957) sind Nomogramme graphische Tabellen, in denen irgend ein funktionaler Zusammenhang zwischen drei oder auch mehr Variablen so dargestellt ist, daß man möglichst bequem und möglichst genau für gegebene Werte einer Gruppe der Variablen zugehörige Werte einer anderen entnehmen kann.

Es gibt eine große Anzahl an Anwendungsfeldern (siehe auch Wikipedia und Rechnerlexikon):

Bau:

Altenhövel - gezeichnete Rechenmaschine

von Wilhelm Altenhövel, Darmstadt, Anfang der 1950er entwickelte Rechentafel mir austauschbaren Rechenblättern und transparenter Läufertafel (Patent DE925077 ab 21.06.1953). Die meisten der 30 Rechenblätter beziehen sich auf das Bauingenieuwesen, aber bspw. auch ein Währungsumrechner ist mit dabei. Die Blätter sind datiert zwischen 1950 und 1958.

In Kunstlederhülle: 26x16x2 cm

Wilhelm Altenhövel war in Hessen bis 1959 anerkannter Prüfingenieur für Baustatik. Er hat diese Rechentafel auch in der Schweiz patentieren lassen (CH329433) und ansonsten noch einige Patente für Schalungsplatten erhalten.

Michaelis Ing. Eisenbeton-Dimensionierer

von Ing. Michaelis, Düsseldorf, entwickelte Ablesehilfe zur Bestimmung der Armierungen und Deckenstärken in Eisenbeton-Decken für ruhende und für erschütternde Lasten (Maschinen, Tanzsäle, Haupttreppen). Man kann nur hoffen, dass er sich nicht verrechnet hat.

2 Tortenstück-förmige Skalen auf Holzbrett mit je einem transparenten Zeiger (einer fehlt). 19x12x0,8 cm; 63 gr.

Metallbearbeitung:

Scheich's Konusrechner

hergestellt von Fabrik F. Sch. (Scheich), x, D

8,8x14,4x0,9 cm; x gr.

produziert um ???

Gerät zur Umrechnung von Konus und Einstellwinkel in Grade für den Fachmann der Metallbranche. In Kartonbox mit Anleitung bzw. Anwendungsbeispielen.

Prozentrechnung:

ROK Prozentrechner

hergestellt von ROK - Oswald Kretschmar, Leipzig

produziert um 1960

23x25 cm; 90 gr., aus Plaste, Zeiger aus Decelith (PVC)

eben zum Prozentrechnen durch ablesen via Zeiger, mit ausführlicher Anleitung nebst Beispielen auf der Rückseite.

Winkelfunktionen:

Winkelfunktionsmesser MANORMUS nach Dr.-Ing. Buchenau

hergestellt von Manormus, x, D

12,8x16 cm; 18 gr.

produziert um 1940er (wird in Literatur aus den 1940ern erwähnt)

Gerät zur Bestimmung der Winkelfunktionen (sin-cos-tan) nach Dr.-Ing. Buchenau, mit aufgedruckter Kurzanleitung und drehbarer Zelluloid-Folie. Im 2. Foto ist der rote Zeiger auf 60° eingestellt: Ablesen ergibt einen cosinus von 0,5 (unten), einen sinus von 0,87 (links) und einen cotangens von 0,58. Ausführliche Darstellung siehe Rechnerlexikon

Die Firma Manormus hat Büromaterial (Zeichen- und Rechenhilfen) wie bspw. das denkende Lineal hergestellt.

Link: Online-Funktionsmodell